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Schweiz und Welt

Diese Wildbäche haben ein Sicherheitsdefizit und müssen ausgebaut werden

Südostschweiz
17.10.2022, 12:41 Uhr
12.05.2026, 16:56 Uhr

Die zwei aktiven und murgangfähigen Bäche, Val Tgietschen und Val Runcalatsch, geben dem 560-Seelendorf Lantsch/Lenz keine Ruhe. Obwohl die Wildbäche bereits seit 100 Jahren zum Schutz der Siedlungsgebiete und Infrastrukturanlagen stetig periodisch erweitert und erneuert werden, besteht weiterhin ein Sicherheitsdefizit. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktualisierte Risikoanalyse, wie die Regierung in einer Medienmitteilung vom Montag schreibt. 

Val Tgietschen

Das Ausbauprojekt für die Verbauung der Val Tgietschen sieht vor, das Rückhaltevolumen des bestehenden Geschiebesammlers auf 7000 bis 9000 Kubikmeter zu vergrössern. Ausserdem soll das Bachgerinne unterhalb des Sammlers auf eine Länge von 130 Meter ausgebaut werden. Die Gesamtkosten des Projekts belaufen sich auf 2,6 Millionen Franken. An den Gesamtkosten beteiligen sich Kanton und Bund gemäss der NFA-Programmvereinbarung* mit maximal rund 1,42 Millionen Franken. 

*Nationaler Finanzausgleich (NFA): Im Rahmen der Neugestaltung des Finanzausgleichs und der Aufgabenteilung zwischen Bund und Kantonen (NFA) trat Anfang 2008 ein total revidierter Finanz- und Lastenausgleich in Kraft. Dieser hat zum Ziel, die Finanzautonomie der Kantone zu stärken und die Disparitäten zu reduzieren. Er stellt die notwendigen Ausgleichsmechanismen bereit und schafft so die erforderlichen finanziellen Voraussetzungen für die Erhaltung des föderativen Staatsaufbaus in der Schweiz (revidierter Art. 135 BV) 
Quelle: estv.admin.ch

Val Runcalatsch

Für die Verbauung der Val Runcalatsch wird im Rahmen des Projekts die bachbegleitende Waldstrasse angehoben, sodass sie einen Leitdamm bei Überschwemmungen bildet. Zudem wird die Ausbruchsstelle mit einem Erddamm geschlossen, um den Ausbruch der Murgänge oberhalb des bestehenden Geschiebesammlers zu verhindern. Die Gesamtkosten des Projekts betragen 2,02 Millionen Franken. Daran beteiligen sich Kanton und Bund gemäss der NFA-Programmvereinbarung mit maximal rund 1,11 Millionen Franken. Der Kanton beteiligt sich zusätzlich mit einem strassenbaulichen Beitrag in der Höhe von maximal 909'000 Franken. (red)

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