Diese Schweizer Romane schreien nach einer Verfilmung
Manchmal begeistert ein Buch so sehr, dass Kopfkino allein nicht ausreicht. Auch die Schweizer Literatur liefert Stoff, der das Zeug zum Kino- oder Serienhit hätte. Die Nachrichtenagentur Keystone-SDA hat Wunschverfilmungen zusammengetragen.
Vom Binge-Material über das Familiendrama bis zum Sozialthriller: Diese Schweizer Romane wünschen sich fünf Filmjournalistinnen und -journalisten auf die Leinwand.
Krimi mit Cliffhanger
«DIE TOTEN KRANICHE – MIRA MUND LÖST DEN FALL» VON STEFANIE CHRIST: Die Berner Autorin Stefanie Christ sagte es im Interview mit der «Berner Zeitung» kürzlich selbst: Ihre Geschichte war von Anfang an als «eine Fernsehserie in Buchform» gedacht. Tatsächlich müssten dem Krimi des Genres Momcrime weder Witz, noch Action, noch Spannung beigefügt werden, um ihn auf den TV-Bildschirm zu bringen. Es ist alles da. Die Cupcake-Bäckerin, Witwe und Privatdetektivin Mira Mund, die zwischen Stilldemenz, Backaufträgen, Trauerverarbeitung und Mordanschlägen ermittelt – absolutes Binge-Material. Dazu gibt es einen vielversprechenden Cliffhanger (hat Mira Mund den falschen Fall gelöst?), und die Sprüche der Hauptfigur würden in einem komödiantischen Drehbuch eins zu eins funktionieren. Klar könnte man sagen, dass das Kopfkino beim Lesen dieses Buches ohnehin schon ganz von selbst abläuft. Aber diese Story, die die Autorin nach eigenen Angaben längst weitergesponnen hat, schreit nach einer Verfilmung.
(Miriam Margani)
«Die göttliche Ordnung» trifft «Game of Thrones»
«YRSA. DIE LIEBE DER WIKINGERIN» VON ALEXANDRA BRÖHM: Die Zürcher Autorin Alexandra Bröhm hat bereits zwei Romane über Yrsa, eine junge Wikingerin, geschrieben. Der rote Faden in diesen historischen Dramen: Die Liebe zwischen Yrsa und dem Krieger Avidh. Das ist Stoff für ein leidenschaftliches Drama, mit einer starken Frau, «Die göttliche Ordnung» trifft auf eine Schweizer Version von «Game of Thrones». Über die Wikinger – eigentlich heisst die Bezeichnung Seeräuber – kursieren viele falsche Vorstellungen. Zum Beispiel hatten sie keine Hörner auf den Helmen. Dieses Gadget würde im Film also wegfallen. Es gäbe genug anderes, das man – unbedingt pompös! – inszenieren könnte: die Raubzüge natürlich und Liebesszenen in freier Natur, aber eben auch feine Zwischentöne und magische Momente. Yrsa kennt sich zum Beispiel gut aus mit Heilpflanzen, und die Menschen, die vor über 1000 Jahren lebten, glaubten an Geister und Elfen. Die Geschichte spielt im niederländischen Dorestad, man könnte sie aber problemlos in die Schweiz holen, ins Seeland vielleicht? Dort wäre auch genug Wasser für Schiffsszenen vorhanden. Die Wunschbesetzung? Ella Rumpf als Yrsa und Basil Eidenbenz als Avidh.