«Diese Petition stellt Schlüsselwerte der Bündner Kultur in Frage»
Die Bündner Regierung äussert sich in einer Mitteilung scharf gegen die Petition «Bildungswahl für alle statt für wenige». Eine freie Schulwahl wie sie die Initiantinnen und Initianten im Sinne hätten, würde die Mehrsprachigkeit und die Idiome im Kanton gefährden. Ausserdem drohe eine organisatorische Überforderung und eine Schwächung der Strukturen.
Die Elternlobby hatte Ende November 2019 eine Petition eingereicht. Darin fordert sie eine Schülerpauschale für nicht-staatliche Schulen. So würden Eltern frei wählen können, wo ihre Kinder die Schule besuchen, heisst es darin. «Die Erwartung, allen Kindern eine optimale Schulbildung zu vermitteln, kann im heutigen Schulsystem je länger je weniger erfüllt werden», schreiben die Initianten weiter. Chancengleichheit bedeute nicht die gleiche Schuldbildung für alle, sondern individuelle Lösungen.
Davon will die Regierung nichts wissen. «Die öffentliche Volksschule des Kantons Graubünden erbringt zentrale Leistungen, welche zu würdigen sind», schreibt sie. Das Prinzip, das jedes Kind in seiner Wohngemeinde die Schule besuche, sei ein zentrales Element für den Erhalt und die Förderung der Kantonssprachen. «Diese Petition stellt Schlüsselwerte der Volksschule sowie der Bündner Kultur in Frage und hat zusätzliche Kosten zur Folge, ohne einen entscheidenden Mehrwehrt zu generieren.» (jas)