Die zwei Lionels als Argentiniens Erfolgsgaranten
Nicht nur mit Lionel Messi, dem Superstar der Argentinier, zeichnet Nationaltrainer Lionel Scaloni eine besondere Beziehung aus.
Lionel Scaloni musste den Kraftakt gegen Kap Verde in seinem Jubiläumsspiel zunächst sacken lassen. «Es wäre verrückt gewesen, in meinem 100. Spiel zu verlieren», sagte er. Aber so sei Fussball eben. Scaloni, der ohne jegliche Meriten vor acht Jahren den Posten übernommen hat, bekommt an der WM in Nordamerika auch sein 101. Spiel als Trainer der argentinischen Nationalmannschaft: am Dienstag (18.00 Uhr MESZ) in Atlanta gegen Ägypten. «Es ist Scalonis Stunde», schrieb die argentinische Zeitung «La Nacion» vor dem WM-Achtelfinal.
Wenn er auch sein 104. beim XXL-Turnier erleben wird und das mit einem Sieg endet, wird er selbst argentinische Trainer-Legenden wie César Luis Menotti (Weltmeister-Trainer 1978) oder Carlos Bilardo (1986) in den Schatten stellen. Und das heisst was. Nur eines wird er dann vermutlich wieder nicht: Jubeln. Er geniesst innerlich, nur Tränen fliessen schnell. Das war schon beim Titeltriumph in Katar 2022 so.
Was acht Trainer nicht schafften
Vor 20 Jahren in Deutschland musste Scaloni Lionel Messi noch stoppen. Zumindest im Training. Er, der Verteidiger, Messi, der Offensiv-Zauberer. Bei der WM in Deutschland standen sie zusammen im Kader der Argentinier. Scalonis Karriere in der Albiceleste als Spieler blieb mit sieben Einsätzen aber eher überschaubar.
Nicht so als Trainer. An Messi verzweifelten alle, die seit dessen kurzem Länderspieldebüt mit Rot nach Einwechslung im August 2005 im Amt waren. Ob anfangs José Pekerman, zwischendurch sogar Diego Maradona oder am Ende Jorge Sampaoli – insgesamt acht Trainer versuchten es vergeblich. Bis Scaloni kam. Ex-Profi, aber mit null Trainer-Erfahrung als Chefcoach eines Profi-Teams.
Er war Co-Trainer unter Sampaoli beim FC Sevilla und der argentinischen Nationalmannschaft, ehe Scaloni die U20 übernahm. Nach der WM in Russland, als Messi im Sommer 2018 ein Lustlos-Turnier spielte, wurde Scaloni zum Cheftrainer der Albiceleste berufen. Wie der ehemalige rechte Verteidiger die Mannschaft führen und formen würde, wurde schnell klar. Dass Messi nicht zurücktrat, war auch Scalonis Verdienst.