Die ZSC Lions scheitern beim Versuch des Titel-Hattricks deutlich
Ein beeindruckender HC Davos zerschmettert den Traum der ZSC Lions, als erstes Team seit dreissig Jahren den Titel-Hattrick zu schaffen. Die Ursachenforschung beginnt schnell, der Frust sitzt tief.
Die Gesichter sind leer, kaum einer spricht, aus der Garderobe dringt kaum ein Geräusch nach aussen. «Ich habe den Spielern noch gar nichts gesagt», erklärt Cheftrainer Marco Bayer am späten Sonntagabend in den Katakomben des Davoser Eisstadions. «Im Moment bin ich einfach enttäuscht. Es tut weh.» Es ist ein Gefühl, das man beim erfolgsverwöhnten ZSC seit Langem nicht mehr erlebt hat. Zwei Jahre in Folge war man Schweizer Meister geworden, letzte Saison gewann man sogar die Champions League.
Dass es schwierig werden würde, war klar. Zu stilsicher, zu überzeugend war der HC Davos durch die Qualifikation und die Viertelfinals marschiert. Es war eine enge Halbfinalserie erwartet worden. Nach dem Overtime-Tor von Brendan Lemieux kommt das Lichterlöschen aber bereits nach fünf Spielen, einzig das erste Heimspiel in Zürich konnten die Lions gewinnen.
Fehlende Effizienz, fehlender Hunger
Die offensichtliche Analyse führt bei Bayer und Captain Patrick Geering zum gleichen Schluss. Es fehlte die Effizienz, man war zu wenig konsequent. «Wenn du gewinnst, hast du jedes Detail richtig gemacht», stellt Geering fest. «Wenn du verlierst, hast du halt zu wenige Details richtig gemacht. Es sind immer die Zentimeter, die entscheiden, und die konnten wir nicht auf unsere Seite zwingen.»
Seit der grosse EHC Kloten der 1990er-Jahre sogar viermal in Folge Meister wurde, hat kein Team mehr den Titel-Hattrick geschafft. Bayer hatte schon vor den Playoffs von «einer extrem schwierigen Saison» gesprochen. «Du kannst schon sagen, jetzt gehen wir für den dritten. Aber es gibt in gewissen Spielen trotzdem eine gewisse Zufriedenheit, die einfach da ist. Das ist menschlich.» Beim HC Davos, der erstmals seit dem 31. Meistertitel vor elf Jahren wieder im Final steht, ist der Hunger wohl das entscheidende Quäntchen grösser.