«Die Wirtschaft hat sich grossmehrheitlich als resistent erwiesen»
Herr Wiederkehr, hat die Kantonalbank das Coronajahr 2020 gut weggesteckt? Absolut. Ich bin natürlich sehr erfreut über diesen erfolgreichen Jahresabschluss. Es war ein sehr anspruchsvolles Umfeld. Trotzdem konnten wir auch im letzten Jahr neue Produkte auf den Markt bringen und die Kreditfabrik weiter ausbauen.
Wie erklären Sie diese Krisenfestigkeit? Wir haben mittlerweile verschiedene Standbeine, die alle zum Wachstum beitragen. Diese verschiedenen Geschäftsfelder unterstützen sich auch gegenseitig: Wir gewinnen zum Beispiel Kunden für unsere ganz normalen Bankdienstleistungen, die zuerst über den Hypomat auf uns aufmerksam geworden sind.
Mit der Online-Plattform Hypomat vergeben Sie auch Hypotheken ausserhalb des Kantons. Wie wichtig ist das ausserkantonale Geschäft geworden? Es ist nicht wichtiger geworden, aber es ist wichtig geblieben. Es ist für uns eine Chance, zu diversifizieren und die Risiken zu verteilen. Und es hilft uns zudem, in der Schweiz positiv wahrgenommen zu werden. Ein sehr starkes Signal dafür ist auch die Zusammenarbeit mit der Mobiliar, deren Hypothekenbestand künftig von der GLKB-Kreditfabrik verwaltet wird.
Sie bilden wegen der Coronakrise Wertberichtigungen für «latente Ausfallrisiken» in der Höhe von 3,7 Millionen Franken. Erwarten Sie, dass die Coronakrise mit Verzögerung die Glarner Wirtschaft und die Bank noch härter treffen wird? Wir sind verhalten optimistisch. Bis jetzt hat sich die Wirtschaft grossmehrheitlich als sehr resistent erwiesen und hat die Krise hervorragend gemeistert. Aber das Ende ist ja leider noch nicht absehbar. Und die Langzeiteffekte der Coronakrise kennt noch niemand. Aus Vorsichtsprinzip haben wir darum auch diese Rückstellungen gebildet.