Die Trockenheit im Kanton St. Gallen nimmt weiter zu
Die Trockenheit hat in mehreren Teilen des Kantons St. Gallen weiter zugenommen und erreicht nun mit Gefahrenstufe vier das zweithöchste Level. Das Feuerverbot im Wald und ein weitreichendes Wasserentnahmeverbot für die Allgemeinheit bleiben bestehen. Neu werden auch bewilligte Wasserentnahmen eingeschränkt.
Die Trockenheit nahm insbesondere in den Regionen Rheintal, Obertoggenburg, Untertoggenburg, Neckertal und Fürstenland zu, heisst es in einer Mitteilung des Kantons St. Gallen vom Dienstag. Wie bereits in der Region St. Gallen-Rorschach gilt dort neu Gefahrenstufe vier, also grosse Gefahr.
Die Versorgung mit Trinkwasser ist gemäss Communiqué überall sichergestellt. Allerdings seien sowohl in Fliessgewässern als auch in Seen die Wasserstände sehr tief. Mehrere kleinere Fliessgewässer sind bereits ausgetrocknet. Es sei wichtig, Wasser zu sparen. So soll etwa auf das Bewässern von Grünflächen möglichst verzichtet werden. Zudem ruft der Kanton dazu auf, Plätze und Fahrzeuge nicht mit Trinkwasser zu reinigen und Swimmingpools nicht zu befüllen.
Das bereits im Juni kommunizierte Verbot, Wasser aus Fliessgewässern oder Seen zu entnehmen, bleibt bestehen. Ausgenommen sind nur noch der Bodensee, der Walensee und der Zürichsee sowie der Alpenrhein. «Mit zunehmender Trockenheit müssen nun auch bewilligte Wasserentnahmen aus verschiedenen Fliessgewässern bis auf Widerruf entzogen werden», schreibt der Kanton weiter. Betroffene würden direkt angeschrieben.
Landwirtschaft nutzt das Grundwasser
Vom Widerruf bewilligter Wasserentnahmen tangiert sind mehrheitlich Landwirtschaftsbetriebe, aber auch die Industrie und das Gewerbe. «Aktuell sind verteilt über den Kanton 28 Gemüsebetriebe und zehn Industrie- und Gewerbebetriebe betroffen», schrieb Susanne Haertel-Borer, Abteilungsleiterin Gewässerschutz und Gewässernutzung im St. Galler Amt für Wasser und Energie, auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA.
Hauptsächlich aber würden landwirtschaftliche Kulturen über das Grundwasser bewässert, so Haertel-Borer weiter. Die entsprechenden Bewilligungen seien weiterhin gültig und könnten weiter genutzt werden. Die Bewässerung mit Grundwasser sei zudem in den vergangenen Jahren stetig optimiert worden.