Die SVP fordert eine Ersatz-Landsgemeinde
Die SVP kündigt an, in den nächsten Tagen im Landrat eine Motion einzureichen, mit der sie eine ausserordentliche Landsgemeinde fordert – und zwar «sobald es die pandemische Lage ermöglicht». Wann genau das ist, solle der Regierungsrat entscheiden, erklärt SVP-Landrat und Vizepräsident Thomas Tschudi gegenüber den «Glarner Nachrichten».
Klar ist aber, dass diese ausserordentliche Landsgemeinde vor dem nächsten Mai stattfinden müsste. Dann soll nämlich die nächste ordentliche Landsgemeinde stattfinden.
Mit der Verschiebung der Landsgemeinde im Frühling 2020 und schliesslich ihrer Absage im Herbst ist der politische Prozess im Glarnerland ins Stocken geraten. Über besonders dringende Geschäfte musste der Landrat anstelle der Stimmbürger entscheiden. Andere Geschäfte befinden sich in der Warteschlaufe. Eine ausserordentliche Landsgemeinde soll nun helfen, den politischen Prozess wieder in Gang zu setzen. Sie soll auch die ordentliche Landsgemeinde entlasten, so die Absicht hinter der SVP-Motion. Die nächste Landsgemeinde droht nämlich zu einer Marathonveranstaltung zu werden, wenn auch über die Traktanden der letzten Landsgemeinde beraten wird.
Seit Anfang Oktober finden wieder grosse Sportveranstaltungen mit Zuschauern statt. Tschudi hofft, dass diese zeigen werden, ob grössere Anlässe mit Schutzkonzept sicher durchgeführt werden können oder nicht. Positive Erfahrungen mit Grossanlässen könnten auch der Landsgemeinde zugutekommen. «Viele Stimmbürger hatten im Herbst ein ungutes Gefühl in der Magengrube, ob die Sicherheit an der Landsgemeinde wirklich gewährleistet werden kann», sagt Tschudi.