Die Stunde der Wahrheit für das Schweizer Nationalteam
Nach dem ersten K.o.-Sieg seit 88 Jahren strebt das Schweizer Nationalteam im Spiel gegen Kolumbien den ersten Viertelfinaleinzug seit 1954 an. Der Countdown läuft.
Fünf Kontinentalverbände
Aus Schweizer Sicht macht die Weltmeisterschaft ihrem Namen alle Ehre: Nach Katar (Asien), Bosnien-Herzegowina (Europa), Kanada (Nord- und Mittelamerika) und Algerien (Afrika) folgt mit Kolumbien (Südamerika) der fünfte Gegner aus dem fünften Kontinentalverband.
Passend ist auch, dass es das fünfte Duell zwischen den Schweizern und den Kolumbianern sein wird. Zwischen 1985 und 2007 gab es für die Schweizer einen Sieg, ein Unentschieden und zwei Niederlagen, wobei vor allem jene im Gruppenspiel an der WM 1994 in Erinnerung blieb – nicht zuletzt wegen des Ellbogenschlags des kolumbianischen Captains Carlos Valderrama gegen Ciriaco Sforza.
Auch im Hinblick auf den Dienstag stellen sich die Schweizer auf ein physisches Spiel ein. «Wir erwarten harte Duelle, vielleicht auch Trash Talk», sagte etwa Ruben Vargas im Vorfeld des Achtelfinals. «Wir müssen in den Zweikämpfen mit der gleichen Energie dagegenhalten.» Gelinge ihnen das, werde es eine Begegnung auf Augenhöhe sein.
Vier WM-Achtelfinals in Serie
Vier Teams haben an den letzten vier Weltmeisterschaften – die aktuelle mitgerechnet – stets die Achtelfinals erreicht: Argentinien, Brasilien, Frankreich, die zusammen zehn Weltmeistertitel aufweisen, sowie die Schweiz. Wäre es früher eine Ehre gewesen, in einer Reihe mit diesen Topnationen des Fussballs genannt zu werden, möchte das Schweizer Nationalteam nun mehr.
Zu dieser Statistik gehört allerdings auch, dass der Achtelfinal für die Schweiz bei den letzten drei Endrunden jeweils Endstation war. Die knappen Niederlagen gegen Argentinien und Schweden sowie die Klatsche gegen Portugal haben Spuren hinterlassen, die Mannschaft aber auch geformt.