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Schweiz und Welt

Die Stadthalle hat bald als Impfzentrum ausgedient

Andri Nay (Nan)
27.07.2021, 04:30 Uhr
heute um 12:16 Uhr

Seit April dient die Churer Stadthalle als grösstes Impfzentrum im Kanton. Bis zu 1800 Dosen hat das Pflegepersonal dort zwischenzeitlich jeden Tag an die Impfwilligen injiziert. «Diese Zahlen erreichen wir bei Weitem nicht mehr», sagt Rudolf Leuthold, Leiter des kantonalen Gesundheitsamts. Und auch, wenn sich jetzt plötzlich doch noch viele, die aus den Ferien zurückkommen, zur Impfung eintragen, könne dies gut im Kreuzspital erledigt werden. Ab dem Nationalfeiertag sind alle Impftermine im Raum Chur also wieder zurück am «alten» Impfstandort in der Region.

Übrigens erhalten auch diejenigen Personen, die diesen Freitag oder Samstag eine erste Impfung in der Churer Stadthalle erhalten haben, ihren zweiten Impftermin im Kreuzspital. In der Stadthalle können an aber diesen beiden Tagen zwischen 12 und 14 Uhr auch spontan Erst- oder Zweitimpfungen bezogen werden (siehe Front). Zum Impfstandort Stadthalle kann Amtsleiter Leuthold bereits eine erste Bilanz ziehen: «Die Stadthalle als Impfzentrum hat sich auf jeden Fall rentiert», sagt er. Anderenorts wäre es nämlich gar nicht möglich gewesen, so viele Personen wie in den vergangenen Monaten täglich zu impfen.

46,6 Prozent doppelt geimpft

Mit dem Walk-in-Angebot in der Stadthalle soll die Impfquote gesteigert werden. Diese steht nämlich momentan bei 51,7 Prozent für Erstimpfungen und bei 46,6 Prozent für beide Dosen. Das reicht bei Weitem noch nicht für eine Herdenimmunität aus. Und dass bei den 40- bis 60-Jährigen die Impfquote noch unter 50 Prozent steht, bereitet Amtsleiter Leuthold Sorgen (siehe Kurzinterview unten). Denn gerade in dieser Bevölkerungsschicht kommen schwerwiegenden Erkrankungen häufiger vor. Generell entspreche die Impfquote in den verschiedenen Altersgruppen in etwa dem entsprechenden Alter, so Leuthold. Sprich: Je älter die Menschen sind, desto wahrscheinlicher ist, dass sie eine Impfung erhalten haben.

So wirbt der Kanton mittlerweile vor allem bei den «jüngeren» Bevölkerungsschichten um eine Impfung. Auch mit einer Onlinekampagne auf den sozialen Medienplattformen Instagram und Facebook. Bei den Nutzern taucht ein Video auf mit dem Slogan: «Ich bin geimpft, weil ich die guten alten Zeiten vermisse.» Es wird angepriesen: Mit einer Impfung kann das Tanzbein in den Bars und Discos wieder hemmungslos geschwungen werden.

«Die Impfanmeldungen haben seit Kampagnenbeginn wieder zugenommen», sagt Camenisch von der kantonalen Kommunikationsstelle Coronavirus auf Anfrage. Daraus leitet er ab, dass die Kampagne bei den Zielgruppen ankommt. Neben den Onlinebannern sind auch klassische Elemente wie Plakate oder klassische Kommunikationskanäle des Kantons in die Impfkampagne integriert. Allerdings laufe die Aktion der Stadt Chur, die bis Ende August Nachtschwärmer gratis testet, gegen diese Kampagne des Kantons. «So lange unentschlossene Personen kostenlos Coronatests für den Zutritt in Tanzlokale machen können, werden sie die Testmöglichkeiten wohl vorziehen», so Camenisch.

Discokampagne nicht nur für Junge

Camenisch bestätigt zudem, dass die Aktion in den sozialen Medien in erster Linie jüngere Personen und Personen mittleren Alters gerichtet sei. Es ginge also nicht nur darum, allein die 18- bis 25-Jährigen zum Impfen zu bringen, sondern eben auch diese kritische Gruppe von 40- bis 60-Jährigen. «Die Zielgruppe wird durch die Kampagne gut abgedeckt», sagt er.

Vier Fragen an …

Rudolf Leuthold

Leiter kantonales Gesundheitsamt

  1. Die Impfkampagne läuft bereits seit Anfang Jahr. Warum kommt gerade jetzt die erste Walk-in-Möglichkeit im Kanton?
  2. Wie viele Personen erwartet man am Wochenende im Walk-in-Zentrum?
  3. Welche Impfquote ist momentan das Ziel?
  4. Wenn wir auf den Herbst schauen, im Zusammenhang mit der grassierenden Delta-Variante, wird das Walk-in-Angebot helfen, eine Herdenimmunität zu erreichen?
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