«Die Situation im Stadtpark ist inakzeptabel»
Der Churer Stadtrat äussert sich in einer Mitteilung sehr besorgt über die offene Drogenszene in Chur. Die Situation sei sowohl im Stadtpark als auch an anderen Orten in der Stadt prekär. Er will das Pilotprojekt Streetwork deshalb bis Ende Jahr verlängern. Seit Mai letzten Jahres betreibt der Verein Überlebenshilfe im Auftrag der Stadt Chur im Rahmen des Projekts aufsuchende, niederschwellige Sozialarbeit. Ein Abbruch des Projekts würde die Situation verschlechtern, heisst es.
Grundsätzlich sei der Kanton Graubünden für ambulante und stationäre Angebote im Bereich der Suchtprävention und Suchthilfe verantwortlich, schreibt die Stadt Chur. Der Stadtrat fordere den Kanton deshalb auf, einen begleiteten Konsumraum auf den kommenden Winter in Kombination mit Streetwork zu betreiben.
Stadt fordert Konsumraum
Streetwork alleine genüge nicht, das würden Betroffene und Fachleute unisono feststellen. «Der Umstand, dass illegale Suchtmittel in der Nähe von Schulanlagen im öffentlichen Raum ungeschützt konsumiert werden, ist aus Sicht des Stadtrates absolut inakzeptabel.» Ohne geschützte Konsummöglichkeit seien Verbesserungen der Situation schwer möglich.
In einem begleiteten Konsumraum soll nebst gesicherter Hygiene auch Beratung und Begleitung ermöglicht werden. Zudem könnten die Substanzen auf ihre genaue Zusammensetzung geprüft werden. Die Stadt Chur habe bereits eine Standortevaluation vorgenommen, heisst es weiter. Sie setze alles daran, dass ein solcher Konsumraum bereits ab November in Betrieb genommen werden könne. Gesetzlich dafür zuständig sei aber der Kanton. (jas)