Die Schaltsekunde verliert wohl ihren Platz im Takt der Zeit
Die Schaltsekunde hat wohl bald ausgetickt. Grund ist die Gefahr einer «negativen» Schaltsekunde, die weltweit Computersysteme stören könnte. Die finale Bestätigung soll am Donnerstag im französischen Versailles erfolgen.
Auch die Schweiz wirkt an der Neuregelung mit. Das Bundesamt für Metrologie (Metas), das für die offizielle Schweizer Zeit zuständig ist, beteiligt sich an den internationalen Arbeiten, wie es auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA erklärt.
Eine Schaltsekunde ist eine zusätzliche Sekunde, die gelegentlich in die Weltzeit eingefügt wird, damit die Uhrzeit mit der tatsächlichen Drehung der Erde übereinstimmt. Quasi eine «Mini-Zeitumstellung».
Erde dreht sich nicht gleichmässig
Die Zeitmessung war während Jahrhunderten an die Rotation der Erde um ihre eigene Achse gebunden. Allerdings ist die Rotationsgeschwindigkeit der Erde nicht konstant. Sie wird unter anderem durch die Gezeitenkräfte von Mond und Sonne beeinflusst, aber auch durch Vorgänge im Erdinnern und Veränderungen in der Verteilung von Wasser und Eis. Atomuhren hingegen messen die Zeit äusserst konstant.
Damit diese zwei Zeiten nicht auseinanderdriften, wurde festgelegt, dass die koordinierte Weltzeit (UTC) höchstens 0,9 Sekunden von der durch die Erdrotation bestimmten astronomischen Zeit abweichen darf. Wird diese Grenze erreicht, wird eine Schaltsekunde eingefügt, um die beiden Zeitskalen wieder anzugleichen. Seit 1972 ist dies 27-mal geschehen, zuletzt 2016.
Negative Schaltsekunde könnte zur Gefahr werden