Die Presseschau zum Aus von Nationaltrainer Patrick Fischer
Empörung, Frust und Wehmut mischen sich in den Zeitungsartikeln über den fristlos entlassenen Schweizer Eishockey-Nationaltrainer Patrick Fischer.
Fischers Reise zu den Olympischen Spielen nach Peking mit einem gefälschten Covid-Zertifikat im Jahr 2022 war am Montag, angestossen durch eine SRF-Recherche, publik geworden. Der mediale Sturm habe ihn aus dem Amt gefegt, hiess es in der Berichterstattung.
Tamedia: «Eine Dummheit wird Fischer zum Verhängnis», schreiben die Tamedia-Zeitungen in einem Artikel zum per sofort entlassenen Nationaltrainer der Schweizer Eishockey-Nationalmannschaft. Fischers Hoffnung, das Team noch an die WM führen zu können, habe sich damit zerschlagen. Swiss Ice Hockey habe die Tragweite seines Vergehens anfänglich unterschätzt. «Doch in den letzten 48 Stunden stieg der Druck.» Der Fall drohte die WM zu überschatten, was auch nicht im Sinne der Sponsoren gewesen wäre. «So abrupt und schmerzhaft der Abgang von Fischer ist, dem Schweizer Verband blieb gar keine andere Wahl mehr. Jeder Tag, den man zugewartet hätte, wäre ein verlorener gewesen und hätte die Situation weiter zugespitzt.»
NZZ: «Über Fischer und dem Verband hatte sich seit Montagabend ein Frühlingsgewitter der Empörung entladen», schrieb die NZZ. «Das über Nacht ramponierte Vertrauen in den Nationaltrainer erodierte durch die ungeschickte Kommunikation weiter.» Doch auch die beste Krisenkommunikation hätte wenig geholfen, «so dreist war Fischers Vorgehen», urteilte die Zeitung weiter. Sie kritisierte Fischer unter anderem dafür, dass er über Jahre betont hat, dass niemand über dem Team stehe. Er habe bis zum Schluss nicht gemerkt, dass er genau dies getan habe. Er hätte das Team in Peking ungeimpft coachen können, das hätte ihn einen langen Aufenthalt in Quarantäne gekostet, aber immerhin nicht seinen Job. «Das Ende der Ära Fischer hat etwas Unwürdiges», konstatierte die Zeitung.
Blick: Von einem unwürdigen Ende schreibt auch der Blick. Dieses sei nun ebenso Teil von Fischer Vermächtnis wie die drei WM-Silbermedaillen, eine Generation begeisterter Hockeyfans und ein Jahrzehnt Aufbauarbeit. «Fischer war der Mann der Werte. Der Mann der klaren Worte, der Prediger von Ehrlichkeit, Disziplin und Integrität», schrieb Blicks Sportchef Emanuel Gisi in seinem Kommentar. Er sei einer gewesen, der seinen Spielern «den moralischen Kompass justierte, wenn die Nadel mal zitterte». Diese Glaubwürdigkeit sei nun nicht nur beschädigt, sondern «futsch».