Die Post macht ihre Kunstsammlung zusehends öffentlich zugänglich
Mit der Ausstellung «Heimatflimmern» zeigt die Post im Kunstmuseum St. Gallen Werke aus ihrer eigenen Sammlung. Lange Zeit war diese wenig bekannt und für die Öffentlichkeit kaum sichtbar. Das soll sich ändern, sagt Diana Pavlicek von der Post im Interview.
Seit über 100 Jahren engagiert sich die Schweizerische Post für das Kunstschaffen in der Schweiz. Das Unternehmen besitzt mittlerweile eine Sammlung von rund 500 Werken, kauft laufend neue dazu, betreut ein Portfolio von Kunst am Bau und unterstützt dadurch Kunstschaffende in der Schweiz. Einen Einblick in diese wenig bekannte Tätigkeit gibt Diana Pavlicek im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Sie studierte im Hauptfach Kunstwissenschaften und ist seit 2019 Leiterin Fachstelle Kunst bei der Schweizerischen Post.
Bei der Post denken viele an die gelben Postautos und natürlich an Briefe und Pakete, aber weniger an Kunst. Worin liegen die Berührungspunkte?
Diana Pavlicek: Die Post hat ein langjähriges Engagement in der Förderung des Kunstschaffens in der Schweiz. Das Förderengagement beruht auf einer Verordnung des Bundes von 1887 und einer weiteren von 1924. Früher hiess es beim Bund: Tue Gutes und sprich nicht darüber. Heutzutage hat sich das geändert. Seit der Neuausrichtung des Engagements im Jahr 2020 sind die Werke zusehends auch öffentlich zu sehen.
Welche Werke besitzt die Post?
Die Sammlung ist sehr breit. Sie reicht von Fotografie, Malerei, Collage, Druckgrafik, Zeichnung bis hin zu Skulpturen und Objekten.
Und was konkret ist Ihre Aufgabe?
Ein früheres Interview mit mir trug den Titel «Die Hüterin der Kunst». Ich habe den schönen Job, dass ich beispielsweise viele Arbeiten im Bereich Kunst am Bau pflegen und erhalten und zudem das Förderengagement weiterführen darf. Wir kaufen weiterhin Kunstwerke an und fördern damit Künstlerinnen und Künstler mit Bezug zur Schweiz. Wir erwerben aber nicht nur Werke, sondern vergeben auch gezielt Werkaufträge.