«Die meisten Politiker schauen erst, wo die Mehrheit steht»
Herr Schnyder, im ersten Wahlgang haben Sie 26 Stimmen erreicht, im zweiten Wahlgang deren 24. Dies trotz der Nicht-Wahl-Empfehlung der Justizkommission. Was sagen Sie zu diesem Ergebnis?
Vor dem Hintergrund den wir bei dieser Wahl hatten, ist es ein gutes Ergebnis. Das hat mich gefreut.
Bis am Nachmittag war die Chance noch da, dass Sie im zweiten Wahlgang mit relativem Mehr noch wiedergewählt werden. Hätten Sie die Wahl angenommen?
Ja, ansonsten hätte ich mich gar nicht erst zur Wahl gestellt. Aber realistisch gesehen waren die Chancen von Anfang an sehr klein.
Sie haben die Justizaffäre mit dem Anprangern eines angeblich von Gerichtspräsident Norbert Brunner abgeänderten Urteils ins Rollen gebracht. Würden Sie heute noch einmal gleich handeln?
Ja, genau gleich.
Das geht nicht spurlos an einem vorbei.»
Im Grossen Rat gab es am Donnerstag mehrere Voten, die Sie als Bauernopfer in der ganzen Angelegenheit sehen. Also dass der Kantonsrichter abgesetzt wurde, der den Finger auf den wunden Punkt gelegt und als «Whistleblower» agiert hat. Sehen Sie sich als Whistleblower?