Die Kurtaxen der Gemeinden im Kanton unterscheiden sich stark
Innerhalb des Kantons Graubünden bestehen in Sachen Kurtaxen grosse Unterschiede, wie eine Untersuchung des Online-Vergleichsdiensts «comparis.ch» zeigt. So zahlen die Feriengäste in Chur 1,80 Franken pro Nacht an die Kurtaxe. Schon ein wenig höher ist die Kurtaxe in Scuol, dort beträgt die Gebühr 2,70 Franken. Anders ist die Lage laut «comparis.ch» in Klosters-Serneus, dort beträgt die Taxe mehr als das Doppelte mit 5,50 Franken. Am meisten zahlen die Feriengäste im Vergleich von «comparis.ch» in Davos mit 5,90 Franken pro Nacht.
Für eine vierköpfige Familie mit erwachsenen Kindern kommt bei einem siebentägigen Urlaub in Davos so ein Betrag von 165 Franken für Kurtaxen zusammen. In Scuol wären es nur 76 Franken.
Was ist die Kurtaxe? Die Kurtaxe ist eine Form der Tourismus- oder Fremdenabgabe. Die Einnahmen aus der Kurtaxe werden für die Finanzierung der örtlichen touristischen Angebote verwendet. In den meisten Kantonen der Schweiz wird Kurtaxe für Übernachtungen erhoben, nur in den Kantonen Zürich und Thurgau wird auf diese Abgabe verzichtet. In Graubünden, Solothurn und Aargau sind die Gemeinden nicht dazu verpflichtet, die Taxe zu erheben, dürfen aber.
Schweizweit wurden insgesamt die Kurtaxen von 80 Gemeinden mit den meisten gemeldeten Fremdübernachtungen verglichen. Laut «comparis.ch» liegt der Durchschnitt der Erwachsenentarife für eine Übernachtung in der Schweiz bei 3,75 Franken pro Nacht. Am günstigsten sei die Gemeinde Zug mit 95 Rappen und am teuersten die Walliser Gemeinden Saas Fee, Saas Almagell und das waadtländische Montreux mit 7 Franken pro Nacht.
Die unterschiedlichen Taxen müssen jedoch relativiert werden. Denn nicht nur die Preise unterscheiden sich, auch die daraus finanzierten Angebote. Doch auch in Gemeinden mit vergleichbaren Leistungen gibt es Preisunterschiede bei den Taxen, wie es in der Mitteilung von «comparis.ch» heisst. So seien die Kurtaxen in Saas Fee und Saas Almagell knapp drei Mal teurer als in Chur. Doch alle drei Gemeinden bieten vergünstigte Fahrten im öffentlichen Verkehr und mit der örtlichen Bergbahn.
Dem gegenüber stehen Gemeinden wie Celerina, Flims, Laax und Val Müstair, sie haben die Kurtaxe völlig abgeschafft und setzten laut «comparis.ch» voll auf die Zweitwohnungssteuer. Diese ist nicht an die Anzahl Übernachtungen, sondern an die Quadratmeterzahl oder Anzahl der Betten in den Unterkünften oder Ähnliches gekoppelt. Es gibt auch Gemeinden die beide Modelle, Kurtaxen und Zweitwohnungssteuern, miteinander verbinden, so zum Beispiel Disentis/Mustér. (mea)