Zum Hauptinhalt springen
Schweiz und Welt

Die Kanti- und Berufsschüler müssen keine Masken tragen

Südostschweiz
07.08.2020, 04:30 Uhr
gestern um 16:56 Uhr

Am Montag starten die Schulen wieder. Bereits Mitte Juli kündigte der Kanton Luzern an, für Kantons- und Berufsschüler eine Maskenpflicht einzuführen, sofern sich die epidemiologische Lage nicht verbessere. Jura und Neuenburg, aber auch Schaffhausen haben dies ebenfalls entschieden. Anderthalb Meter Abstand einzuhalten sei in vielen Schulzimmern illusorisch.

Anfang Woche hat sich der Glarner Bildungsdirektor Benjamin Mühlemann mit den Schulleitungen der kantonalen Schulen und weiteren Fachpersonen getroffen. Der Entscheid, in Glarus keine generelle Maskenpflicht anzuordnen, sei nach einer Analyse und in Absprache mit dem Gesundheitsdepartement getroffen worden, sagt Mühlemann. Dies auf der Basis der tiefen Corona-Fallzahlen: Solange die Entwicklung auf tiefem Niveau stabil bleibe, sei der Vollbetrieb auf allen Schulstufen möglich, so der Bildungsdirektor weiter. «Es braucht keine generelle Maskenpflicht.» Abgesehen vom Kanton Schaffhausen, in dem die Fallzahlen stärker gestiegen sind, seien die Ostschweizer Kantone in der Frage einheitlich unterwegs. Sie hätten sich koordiniert.

Eine schweizweite Regelung zur Maskenpflicht in den Schulen gibt es keine. Die Meinungen gehen auseinander: Marcel Tanner, Epidemiologe und Mitglied der Covid-19-Task-Force, würde laut einem Interview in der «NZZ» von Anfang August eine Maskenpflicht an höheren Schulen und Universitäten wie beim Detailhandel oder ÖV begrüssen.

Möglichst Abstand halten

Keine Maskenpflicht bedeutet aber nicht, dass es ab Montag wieder einen ganz normalen Schulbetrieb geben wird. So gilt das vom Departement Bildung und Kultur ausgearbeitete Schutzkonzept, und neben den Hygieneregeln vor allem die Anweisung, Abstand zu halten. Das sei in der Kantonsschule in Glarus, in der Berufsschule in Ziegelbrücke, in der kaufmännischen Berufsschule (KBS) oder in der Pflegeschule eine Herkulesaufgabe, aber teilweise auch möglich, so Mühlemann.

An der Kantonsschule Glarus wird laut Rektor Peter Aebli etwa die Begrüssung der neuen Klassen und ihrer Eltern bei schönem Wetter draussen erfolgen. Bei schlechtem Wetter werde man sich in der Aula mit Masken und ohne Begleitpersonen versammeln. Ansonsten ändert sich laut Aebli im Vergleich zu den Schutzmassnahmen vor den Sommerferien nicht viel. Ziel bleibt, die Vermischung von verschiedenen Klassen zu vermeiden. Anstelle der Klassen wechseln in der Kantonsschule wie auch in der KBS die Lehrpersonen die Klassenräume und nicht die Schüler. Von den Schülern wiederum wird gegenüber den Lehrern verlangt, den nötigen Abstand einzuhalten.

Schutzschilder oder Masken während eines gesamten Unterrichtstages zu tragen, erscheint Aebli grundsätzlich als schwer umsetzbar: «Es ist wenig realistisch, dass Jugendliche den ganzen Tag lang korrekt eine Maske tragen. Diejenigen, die das beschliessen, sollten dies selbst einmal einen ganzen Tag lang machen.» Eine Maskenpflicht dürfe keine Pseudolösung, sondern müsse für die Jugendlichen sehr gut begründet sein. Situativ könne das Tragen einer Maske sinnvoll sein. Auch Lehrer oder Schüler, die selbst oder in der Familie zu einer Risikogruppe gehören, werden weiterhin eine Maske tragen.

In Situationen, in denen der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann, gilt wie sonst in der Schweiz, dass die Kontaktdaten für die Rückverfolgung von Infektionsketten vorhanden sein müssen. Was in der Schule der Fall ist.

Risiko-Ferienrückkehrer erfragen

In den ersten Schultagen ist es laut Mühlemann darüber hinaus speziell wichtig, Ferienrückkehrer aus Risikoländern über die allfällige Quarantänepflicht zu informieren. In der Kantonsschule übernehmen laut Aebli die Klassenlehrer die Abklärungen dafür.

«Wir beobachten fortlaufend, wie sich die Fallzahlen entwickeln, um situativ schnell zu reagieren», so Mühlemann. Und weiter: «Ich bin überzeugt, dass die Schülerinnen und Schüler gut aufgehoben sind und mit einem positiven Gefühl aus den Sommerferien in die Schulen zurückkommen können.»

Mehr zum Thema: Politik, Gemeinde Glarus
Die Kanti- und Berufsschüler müssen keine Masken tragen | Südostschweiz