Die internationale Karriere von Granit Xhaka in fünf Spielen
Mit dem WM-Sechzehntelfinal gegen Algerien am Freitag (5.00 Uhr) steht Granit Xhaka vor seinem 150. Länderspieleinsatz. Der Rückblick auf fünf denkwürdige Partien des Baslers mit der Schweizer Nati.
Nati-Debüt im Wembley
4. Juni 2011. Granit Xhaka, die grosse Hoffnung des Schweizer Fussballs, feiert sein Debüt gegen England im legendären Wembley-Stadion in London. Der damalige Nationaltrainer Ottmar Hitzfeld zögert nicht, den 18-jährigen Rookie vor fast 85'000 Zuschauern ins kalte Wasser zu werfen. Mit Xhaka auf der Position des Zehners – er trägt damals noch die Rückennummer 17 – geht die Schweiz dank eines Doppelpacks von Tranquillo Barnetta mit 2:0 in Führung, doch die Three Lions schlagen zum 2:2 zurück. Der junge Basler verschuldet zwar einen Ballverlust, der zu einem englischen Penalty führt, zeigt aber dennoch ein starkes Spiel. Seinen Platz in der Schweizer Startelf wird er von da an nicht mehr hergeben.
Bruderduell bei der EM
11. Juni 2016. In Lens trifft Granit Xhaka beim EM-Auftakt der Schweiz auf Albanien – und auf seinen älteren Bruder Taulant. Dieser hatte sich entschieden, für Albanien aufzulaufen, da der Kosovo, das Heimatland ihrer Eltern, damals noch nicht von der FIFA anerkannt war. Das Spiel ist hochgradig emotional für die beiden Brüder, aber auch für Xherdan Shaqiri und rund ein Dutzend albanische Nationalspieler, die in der Schweiz geboren oder ausgebildet wurden. Die Eidgenossen setzen sich mit 1:0 durch, müssen gegen Spielende aber gehörig zittern. Granit Xhaka kann aufatmen: «Ich bin froh, dass dieses Spiel nun endlich hinter uns liegt, hinter Taulant und mir.»
Ein Geschoss und ein Adler
22. Juni 2018. Zwei Jahre später kommt es bei der Weltmeisterschaft zu einer weiteren Partie, die für Xhaka und Shaqiri emotional besonders aufgeladen ist: das Duell gegen Serbien. In Kaliningrad erwischt die Schweiz einen Fehlstart und gerät in Rückstand. Dann aber jagt der Mittelfeldspieler von Arsenal einen unhaltbaren Schuss, der eher einem Geschoss gleichkommt, zum Ausgleich ins Netz und formt mit seinen Händen den Doppeladler – das Symbol der albanischen Identität. Shaqiri tut es ihm gleich, nachdem er in der Nachspielzeit den 2:1-Siegtreffer erzielt hat. Granit Xhaka geniesst den Moment: «Das ist ein Sieg für meine Familie, für die Schweiz, für Albanien und für den Kosovo» – sein Heimatland, das von den wütenden Serben nicht anerkannt wird. Zehn Tage später, ausgelaugt von einer Affäre, die völlig überproportionale Ausmasse angenommen hat, zeigen die Schweiz und Xhaka gegen Schweden eine blasse Leistung. Wie schon 2014 und 2016 ist das Abenteuer bereits in den Achtelfinals vorbei.