Die Gunners träumen vom Double
Noch vor wenigen Wochen drohte die Saison für den FC Arsenal in einer weiteren Enttäuschung zu enden. Drei Spiele genügten, um die Stimmung zu drehen. Doch feiern die Londoner zu früh?
Man hätte glauben können, der FC Arsenal habe bereits eine Trophäe gewonnen. Siegtorschütze Bukayo Saka sackte zusammen, Spieler lagen sich in den Armen und Trainer Mikel Arteta tanzte auf dem Rasen. Das sonst eher nüchterne Emirates-Stadion verwandelte sich in eine Party-Arena.
Nach dem überraschend souveränen Erfolg gegen Atlético Madrid und dem Einzug in den Champions-League-Final ist die Krisenstimmung bei Arsenal endgültig passé. Jetzt erscheint sogar das Double wieder greifbar. Spieler und Fans träumen vom ersten Meistertitel seit 22 Jahren und dem allerersten Triumph in der Königsklasse überhaupt.
«Jetzt erreichen wir das Niveau eines Spitzenklubs, der dauerhaft um die grössten Titel mitspielen will», sagte Trainer Arteta nach dem hochverdienten 1:0 gegen Diego Simeones schwaches Atlético euphorisch. «Darauf kommt es an, und wir müssen das dauerhaft aufrechterhalten.»
Drastischer Stimmungswechsel in London
Die vergangenen Tage haben die wacklige Stimmung rund um die Gunners komplett gedreht. In den vergangenen Wochen herrschten im Umfeld des Vereins Frust und Zweifel, nachdem Arsenal im Meisterrennen wichtige Punkte liegen gelassen, FA Cup und Ligapokal verspielt und sich gegen Sporting Lissabon nur mit Mühe in den Halbfinal gezittert hatte. Nun ist der Glaube zurück.
Erst siegte Arsenal souverän gegen Fulham, dann gab Titelkonkurrent Manchester City bei Everton Punkte ab. Jetzt hat der Klub die Meisterschaft wieder in der eigenen Hand. Die Gunners haben ein Spiel mehr absolviert, liegen allerdings fünf Punkte vor der Mannschaft von Trainer Pep Guardiola. Drei Siege fehlen zum Titel.
Folgt am 30. Mai auch der Champions-League-Pokal? Dieser fehlt noch im Trophäenschrank. Nur einmal zuvor standen die Gunners überhaupt im Final: In der Saison 2005/06 setzte sich Arsenal in der Gruppe unter anderem gegen den FC Thun durch und marschierte dann auch durch die K.o.-Phase. Im Final gegen Barcelona flog der damalige Goalie Jens Lehmann früh vom Platz und der Schweizer Verteidiger Philippe Senderos musste von der Ersatzbank zuschauen, wie das Spiel 1:2 verloren ging.