Die Gewinner heissen Berra, Egli und Moy
Gut zehn Tage vor dem Start zur Heim-WM nimmt das Schweizer Kader langsam Konturen an. Auf der Euro Hockey Tour gibt es mehr Verlierer als Gewinner.
Am 15. Mai startet die Schweiz mit der Finalrevanche gegen die USA in Zürich in die Heim-WM . Noch stehen mit der Euro Hockey Tour in Schweden drei Vorbereitungsspiele an. In der vergangenen Woche konnte das Team des neuen Chefcoaches Jan Cadieux nur wenig überzeugen. Das 1:8 gegen Schweden war grauenhaft, das 3:5 gegen Finnland zumindest am Ende eine Steigerung und das 1:0 nach Penaltyschiessen gegen Tschechien, der erste Sieg auf der Euro Hockey Tour nach sieben Niederlagen, zumindest ein versöhnlicher Abschluss.
25 Spieler – mutmasslich drei Goalies, acht Verteidiger und dreizehn Stürmer – werden es in das WM-Aufgebot schaffen. Einige machten vergangene Woche Werbung für sich, andere konnten ihre Karten nicht verbessern. Das sind drei Gewinner und drei Verlierer – auf allen drei Positionen je einer.
Goalies:
Reto Berra: Der grosse Gewinner der letzten Woche spielte (noch) nicht im rot-weissen Trikot. Der 39-jährige Zürcher trug mit hervorragenden Leistungen (Abwehrquote von 92,92 Prozent im Playoff-Final) massgeblich zum ersten Meistertitel von Fribourg-Gottéron bei und wurde ausgelassen gefeiert. Der je dreifache WM-Silbergewinner und Olympiateilnehmer löste einmal mehr das WM-Ticket – für seine bereits elfte WM.
Stéphane Charlin: Der 25-jährige Genfer war die Goalie-Entdeckung der letzten Saison und spielte als Backup von Leonardo Genoni auch eine starke WM. Nach wenig überzeugenden Auftritten im Playoff-Halbfinal mit Servette überzeugte er auch in der Nationalmannschaft nicht. Gegen Finnland wurde er nach 27 Minuten und vier Gegentoren aus acht Schüssen ausgewechselt. Er überstand den zweitletzten Cut nicht.
Verteidiger:
Dominik Egli: Der 27-jährige Thurgauer war mit seinem Offensivdrang ein belebendes Element im Schweizer Spiel. Er gehörte letztes Jahr zum Silberteam, kam aber nur in drei Partien zum Einsatz. Nun könnte seine Rolle grösser sein, da mit Andrea Glauser (Fribourg), Michael Fora (Davos) und Jonas Siegenthaler (New Jersey Devils) drei eigentlich gesetzte Abwehrspieler sicher oder wahrscheinlich ausfallen. Dass Janis Moser mit Tampa Bay in den NHL-Playoffs in der 1. Runde ausgeschieden ist, hilft allerdings nicht.