Die Geschichten wiederholen sich für den FC Zürich
Der FC Zürich verliert ein weiteres Spiel durch ein spätes Gegentor und sucht vergeblich nach Erklärungen für die Krise. Es bleibt nach dem 2:1 bei Servette bei Durchhalteparolen.
Dennis Hediger ist sich der Gefahr bewusst. Der Blick des FCZ-Trainers ist in der Tabelle nach hinten gerichtet. In den letzten neun Saisonspielen geht es nur noch um eines: das Desaster zu verhindern, die hinter dem FCZ liegenden Winterthur und GC auf Distanz zu halten. Zu gewinnen gibt es für den Klub in dieser Saison nicht mehr viel, bestenfalls kann er in den kommenden Wochen noch einen Teilerfolg verbuchen, der die Fans etwas versöhnt. Ein solcher wäre am Samstagabend in Genf willkommen gewesen.
Servette gegen Zürich war das Duell zweier Teams, die sich in ganz ähnlichen Situationen befinden. Zwei kriselnde Schwergewichte des Schweizer Fussballs im Umbruch, mit Fokus auf die Integration von Spielern aus dem eigenen Nachwuchs und einem Trainer, der im Verlauf der Saison gekommen ist, aber resultatmässig keine Verbesserung gebracht hat.
Servette macht es vor
Vor nur etwas mehr als 5000 Zuschauern im tristen Stade de Genève gelang Servette der erhoffte kleine Befreiungsschlag, dank der beiden schönen Tore von Junior Kadile. Der junge Franzose ist erst vor einem knappen Monat zu den Genfern gestossen und spielte so unbefangen auf, als hätte er von den Problemen des Zweiten der Vorsaison nichts mitbekommen.
Wie gut der Sieg Servette getan hat, war spätestens am Jubel nach Spielschluss des sonst eher zurückhaltenden Jocelyn Gourvennec zu erkennen. Mit 1,23 Punkten im Schnitt pro Partie bleibt die Bilanz des Coaches auch nach dem 26. Spiel mit Servette schwach, aber immerhin hat er die belastende Serie von sieben Partien ohne Sieg beendet. In der Tabelle ist Servette am FCZ vorbeigezogen und kann etwas gelassener auf die kommenden Begegnungen schauen.
Gourvennecs kritische Worte nach dem Remis am vergangenen Dienstag in Winterthur haben womöglich zum Sieg gegen Zürich beigetragen und könnten für Hediger ein Hinweis sein. Der 53-Jährige hatte in ruhigen und sorgfältig gewählten Worten die Einstellung seiner Spieler kritisiert. Es reiche nicht, gewinnen zu wollen. Man müsse das auf dem Feld auch zeigen: «Wir müssen im Match durchwegs konstanter sein, zu oft haben wir passiv agiert.»