Unterstützung der direkt Betroffenen
Direkt vor der Veranstaltung der Gemeinde zum Thema «Leben mit dem Wolf» luden die Gemeinde und der Bauern- und Waldwirtschaftsverband die Landwirtinnen und Landwirte zu einem Informationsanlass ein, berichtet der Verband in einer Stellungnahme an die Adresse der DZ. Er fährt fort: «Die besondere Betroffenheit der Bauernfamilien durch die Präsenz des Wolfes zeigte sich nur schon daran, dass beinahe alle sechzig Davoser Landwirtschaftsbetriebe an der Veranstaltung vertreten waren.
Nach der Begrüssung durch Landammann Philipp Wilhelm zeigte Martina Schäfli, zuständige Herdeschutzbeauftragte vom Plantahof, die Voraussetzungen für den Grundschutz für Kleinvieh mit Zäunen und Herdeschutzhunden und die damit verbundenen Herausforderungen für die Kleinviehalter auf. Sie erwähnte auch die Schwierigkeiten, welche diese Massnahmen im Tourismusgebiet mit sich bringen können. Arno Puorger vom Amt für Jagd und Fischerei informierte über die aktuell gültige Jagdverordnung und stand für Fragen zur Verfügung.
Im Gegensatz zu Kleinvieh gelten Pferde, Kühe, Rinder und über 14 Tage alte Kälber offiziell als nicht schützbar. In den vergangenen Jahren wurden im Kanton aber auch immer häufiger Wolfsangriffe auf diese Tiergattungen bestätigt. Davos hat sehr kleine Alpstrukturen, und ein Grossteil der Tiere wird im Sommer durch die Davoser Landwirte auf den Privatalpen selbst betreut. Durch die Präsenz des Wolfes wächst die Sorge der Bauernfamilien, im Sommer durch verhaltensauffällige, aus den Zäunen ausbrechende oder gerissene Tiere physisch und psychisch an ihre Belastungsgrenzen zu stossen. Mit der eigens für solche Situationen eingerichtete Hotline und der Arbeitsgruppe Grossraubtiere möchte die Gemeinde Davos die Bauern so gut wie möglich unterstützen.»