In Schwanden dürfen einzelne Personen nach dem starken Regen erneut nicht mehr in ihre Häuser
Im Gebiet der Rutschung Wagenrunse haben die Bewegungen nach den intensiven Regenfällen der letzten Tage wieder leicht zugenommen. Das schreibt die Gemeindeführungsorganisation (GFO) Glarus Süd in einer Medienmitteilung vom Donnerstag. Nach wie vor drohen rund 60'000 Kubikmeter Material in die Tiefe zu rutschen – doppelt so viel wie Ende August heruntergekommen war.
Ein neuerlicher grosser Abbruch ist laut GFO – Stand am Donnerstag – zwar wenig wahrscheinlich. Aber aufgrund der neuen Situation dürfen evakuierte Personen aus der sogenannten Zone Grün ihre Häuser derzeit nicht betreten. Das durften sie bisher jeweils in gewissen Zeitfenstern; meist zwischen 9 und 17 Uhr ausser an Sonntagen.
1,5 Zentimeter pro Tag
Die Front des Erdrutsches bewegt sich laut GFO seit den grösseren Niederschlägen um rund 1,5 Zentimeter pro Tag. Das ist die Region beim unmittelbaren Abbruch der Erdmassen. «Bei der Felsrutschung konnten nach den Abbrüchen vom letzten Samstagvormittag keine erhöhten Bewegungen festgestellt werden», heisst es weiter. An jenem Samstag waren rund 200 Kubikmeter Gesteinsmassen abgestürzt und hinter dem absturzgefährdeten Erdmaterial liegen geblieben.
Die Überwachung des Gebiets mit Radar, dem Vergleich von Webcam-Bildern und einer Beurteilung vor Ort habe zudem gezeigt, dass es zu kleineren seitlichen Rutschungen im unteren Bereich, direkt vor der Rutschfront und im Gerinne selbst gekommen sei.
Kleinere Murgänge und die Erosionen hätten dazu geführt, dass sich der Wagenrunsenbach teilweise einen neuen Weg gesucht habe und nun zum grössten Teil durch die Herrenstrasse in die Zone Gelb 1 fliesse.
Zone Grün wieder gesperrt
Die Wohnungen in der Zone Gelb können laut GFO seit einigen Tagen wieder normal bewohnt werden. Das Wasser am Hangfuss umzuleiten, sei aus Sicherheitsgründen aber weiterhin unmöglich. «Die Feuerwehr Glarus Süd sowie die Abteilung Tiefbau und Werke haben aber im betroffenen Quartier notwendige Massnahmen ergriffen und umgesetzt.»
Das Risiko für einen neuen grossen Murgang ist aus Sicht der Fachleute nicht ausgeschlossen. Sie halten einen solchen zurzeit aber für wenig wahrscheinlich. Doch die Lage könne sich jederzeit wieder ändern, weshalb weiterhin an verschiedenen Sicherheitsmassnahmen festgehalten werden müsse.
Unverändert bleibt die Situation jener Leute, die in der Zone Gelb wohnen oder deren Firmen in der Zone Blau liegen. Die Bewohnerinnen und Bewohner, die aus den Liegenschaften in der Zone Grün evakuiert wurden, dürfen ihre Wohnungen jedoch nicht mehr aufsuchen. «Bis sich die Lage wieder stabilisiert hat», wie in der GFO-Mitteilung steht. (mar/sda)