Zum Hauptinhalt springen
Schweiz und Welt

Die Finanzlage der Gemeinden ist gut – trotz verfehlten Zielvorgaben

Südostschweiz
30.10.2020, 04:30 Uhr
12.05.2026, 16:56 Uhr

Alle drei Glarner Gemeinden haben 2019 positive Rechnungsergebnisse erzielt. Die Ertragsüberschüsse belaufen sich auf insgesamt 9,8 Millionen Franken, dies ohne zusätzliche Abschreibungen vorgenommen zu haben.

Obwohl einige Finanzkennzahlen negative Tendenzen zeigten, hielten die Gemeinden die Grenzwerte häufiger ein als im Vorjahr. Wie der Finanzrating-Bericht des Kantons zudem zeigt, lagen in der Gemeinde Glarus alle Finanzkennzahlen «in der angestrebten Bandbreite». Aber auch die Finanzlage der Gemeinden Glarus Nord und Glarus Süd sei nach wie vor gut.

Die Gemeinden sind Investoren von grosser wirtschaftlicher Bedeutung. Seit 2011 investierten sie über 230 Millionen Franken brutto. Im Berichtsjahr 2019 liegen die Bruttoinvestitionen mit 41,5 Millionen Franken weit über dem mehrjährigen Durchschnitt von 25,6 Millionen Franken. Sie übersteigen erstmals diejenigen des Kantons deutlich. Über allen Gemeinden klafft 2019 eine Finanzierungslücke von 13,6 Millionen Franken. Als Folge sanken die Vermögen und die Verschuldung stieg.

Gemeinden investieren kräftig

Im Finanzratings-Bericht wird allen drei Glarner Gemeinden attestiert, dass sich deren Finanzhaushalte in einem guten Zustand befinden. Der Aufwand und Ertrag der Erfolgsrechnung 2019 bei einem Aufwandüberschuss von 0,8 Millionen Franken halten sich annähernd die Waage. Ohne zusätzliche Abschreibungen hätten sie einen Ertragsüberschuss von nahezu zehn Millionen Franken ausweisen können. Der Erfolg ohne zusätzliche Abschreibungen liegt um 4,1 Millionen Franken über dem Vorjahr. Es ist damit nach 2014 das zweitbeste Ergebnis.

Die Glarner Gemeinden investieren kräftig – vor allem in ihre Infrastrukturen. Über alle Gemeinden liegen die Nettoinvestitionen im Berichtsjahr mit 35,3 Millionen Franken um über 14,5 Millionen Franken über dem Vorjahr und sind doppelt so hoch wie der Mehrjahresdurchschnitt. Es resultiert ein Finanzierungsfehlbetrag von 13,6 Millionen Franken. Der Selbstfinanzierungsgrad fällt laut Bericht auf bescheidene 61,4 Prozent. Da die Gemeinden insgesamt ihre Investitionen zu bedeutenden Teilen nicht aus eigenen Mitteln finanzieren können, steigen die Bruttoschulden im 2019 um 9,3 Millionen Franken und erreichen mit 150,5 Millionen Franken einen neuen Höchststand. Gleichzeitig nahm das Nettovermögen um 9,1 Millionen Franken ab.

Mit 52,5 Millionen Franken Nettovermögen und 230,8 Millionen Franken Eigenkapital verfügen die drei Glarner Gemeinden immer noch über eine gute Vermögenslage und hohe Reserven, kommt der Bericht zum Schluss. Die Unterschiede zwischen den drei Gemeinden seien jedoch gross. (mitg/ml)

Mehr zum Thema: Politik, Gemeinde Glarus
Die Finanzlage der Gemeinden ist gut – trotz verfehlten Zielvorgaben | Südostschweiz