Deutschlands Ski-Juwel Aicher greift nach Kristallkugel
Für Emma Aicher geht es weiter Schlag auf Schlag. Nach zwei Olympia-Medaillen könnte Deutschlands Silber-Star der verletzten Lindsey Vonn im Saisonendspurt noch eine Kristallkugel wegschnappen.
Zumindest eine ganz kurze Verschnaufpause am Meer war für Emma Aicher drin. Gemeinsam mit Teamkollegin Kira Weidle-Winkelmann erholte sich Deutschlands neuer Skistar in Barcelona vom Olympia-Trubel.
Doch nach den Winterspielen ist vor dem Saisonfinale. Und so gehts für Aicher nach wenigen Tagen von der Strand-Promenade wieder auf die Piste. Nach ihren zwei Silbermedaillen in Cortina d'Ampezzo könnte sie in den kommenden Wochen den nächsten grossen Erfolg feiern: den Gesamtsieg im Abfahrts-Weltcup.
Vonn zum Zuschauen gezwungen
«Ich bin es ja gewohnt, so viele Rennen zu fahren», sagte Aicher nach ihrem Olympia-Abenteuer. «Ich fühle mich immer noch gut.» Keine Spur von Müdigkeit bei der 22-Jährigen, für die in Soldeu in Andorra ab Freitag schon wieder eine Abfahrt und zwei Super-G-Rennen anstehen. Krönt die Tochter einer Schwedin und eines Deutschen nun womöglich noch ihr persönliches Wintermärchen?
144 Punkte liegt Aicher im Abfahrts-Weltcup hinter der führenden Lindsey Vonn. Doch die Amerikanerin kann nach ihrem Horror-Sturz und der dabei erlittenen schweren Beinverletzung bei den Spielen in Norditalien in den verbleibenden Wochen des Winters nicht mehr in den Kampf um die Kristallkugel eingreifen. Vonns Pech ist Aichers Chance.
Magische Momente in Cortina d'Ampezzo
Bei Olympia ist Aichers Stern so richtig aufgegangen. Fünf Jahre, nachdem sie bei der WM in Cortina d'Ampezzo erstmals die grosse Ski-Bühne betreten hatte, fuhr sie der Weltelite an gleicher Stelle nun mitunter auf und davon. «Ich glaube, ich kann mit den zwei Wochen sehr zufrieden sein», sagte sie in ihrer gewohnt abgeklärten Art. Für zwei Medaillen hätte sie vorher «sofort unterschrieben».