Deutscher Parlamentsausschuss billigt Kamikazedrohnen für Militär
Der Haushaltsausschuss des deutschen Parlaments hat grünes Licht für den Kauf von Kamikazedrohnen für die Bundeswehr gegeben.
Die Haushaltspolitiker im Bundestag billigten dazu Pläne aus dem Verteidigungsministerium, das Waffensysteme der deutschen Hersteller Helsing und Stark Defence im Umfang von zunächst rund 540 Millionen Euro bestellen will, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) in Berlin erfuhr.
Zugleich deckelte der Haushaltsausschuss Käufe auf jeweils eine Milliarde Euro und erlegte dem Ministerium Berichtspflichten auf. Dazu wurde ein sogenannter Massgabebeschluss gefasst. Der fordert auch eine erneute parlamentarische Billigung als Voraussetzung dafür, weitere Stückzahlen aus den Verträgen abrufen zu können.
Verteidigungsminister Boris Pistorius sprach mit Blick auf die Kamikazedrohnen von einem «wichtigen Schritt». Die Bundeswehr lerne dabei auch von den Erfahrungen der Ukrainer und profitiere von Rüstungskooperationen. Zugleich sagte er nach einer Sitzung des Verteidigungsausschusses: «So sehr es stimmt, dass Drohnen den gegenwärtigen Krieg, den Russland gegen die Ukraine führt, dominieren, so richtig ist es auch, dass keiner weiss, ob das auch in fünf Jahren noch der Fall wäre.»
«Brigade Litauen» soll die Waffensysteme zuerst bekommen
Die unbemannten und mit Gefechtsköpfen versehenen Flugsysteme – fachlich: «Loitering Munition» – sind im Ukraine-Krieg inzwischen zentral für einen grossen Teil der Wirkungstreffer.
Das deutsche Militär, das beim Einsatz von Drohnen als Waffe aufgrund früherer politischer Entscheidungen lange abgehängt schien, will mit den Waffen ein neues Kapitel auf dem Gefechtsfeld aufschlagen. Als erster Verband soll die «Brigade Litauen» an der Ostflanke der Nato die neuen Waffensysteme bekommen.