Detailversessenheit vor den wegweisenden Spielen
Die Schweizer Frauen-Nati bestreitet am Dienstag in Zürich und am Samstag in Sinop die wohl entscheidenden Spiele um den Gruppensieg in der WM-Qualifikation. Dabei liegt das Augenmerk auf Details.
Leila Wandeler schlägt ein Luftloch und kommt anschliessend nicht in den Zweikampf. Ihre Gegenspielerin Maria Farrugia nutzt dies aus und hebt den Ball aus spitzem Winkel über Livia Peng ins Tor. Der bisher einzige Gegentreffer der Schweizerinnen in der WM-Qualifikation beim 4:1 auf Malta ist im Grunde Makulatur – und doch ärgert er Trainer Rafel Navarro auch mehr als einen Monat später noch.
«Ich war nicht glücklich nach diesem Spiel – über das Ergebnis, aber auch über die Art und Weise, wie wir gespielt haben –, weil ich weiss, dass wir es besser können», so der 40-Jährige. «Wir waren weit weg vom Standard, den wir wollen.»
Kleinigkeiten machen den Unterschied
Navarros Detailversessenheit ist augenscheinlich. Und sie kommt seit seinem Amtsantritt im November immer wieder zur Sprache. Hier wird an Details gearbeitet, dort werden Kleinigkeiten verbessert. Im ersten Zusammenzug unter dem neuen Trainer stand das Kennenlernen im Zentrum, im Februar wurden die Fehler der ersten Spiele aufgearbeitet, nun liegt der Fokus auf der Feinjustierung. «Diese Woche sah ich viele gute Dinge im Training. Wir konnten ins Detail gehen», so Navarro.
Von Details spricht auch Captain Lia Wälti, die sagt: «Ich habe selten in meiner Karriere so viele Details mit auf den Weg bekommen und so intensiv trainiert – sowohl was den Kopf angeht wie auch physisch.» Passqualität und die Bewegung im Raum nennt sie zwei Punkte, an denen gearbeitet wurde. «Die Kleinigkeiten erfordern sehr viel Aufmerksamkeit. Gleichzeitig können sie das Spiel sehr stark verändern», so die 32-jährige Mittelfeldspielerin.
Für die zwei Jahre jüngere Innenverteidigerin Viola Calligaris lautet die Devise: «Viel schneller aufrücken und kompakter stehen, den Stürmerinnen keinen Platz lassen, ‹präventiv› verteidigen – und dies alles in einem höheren Tempo.» Es seien zwei, drei Steps mehr als vorher, dank denen sie sich in bessere Situationen bringen könnten.