Design-Ikonen aus der Therma
Ende 2015 hat Electrolux die Lichter eines Glarner Industrieunternehmens gelöscht, das in Schwanden einst über 1000 Angestellte zählte. Die Ära der früheren Therma, welche die Design-Geschichte der Schweiz geprägt hat, war damit zu Ende. Was aber nicht heissen muss, dass die Design-Geschichte fertig geschrieben ist.
Denn Industrie-Design made in Schwanden hat bereits wieder Einzug gehalten. Dies zeigt ein Besuch des Showraumes, den Thomas Schätti,
Mitinhaber der Schätti AG Metallwarenfabrik, im Therma-Gebäude 34 B eingerichtet hat. Hier inszeniert er seine vom Designer Jörg Boner gestaltete Leuchten-Kollektion und präsentiert blitzende Chromstahl-Kaffeemaschinen, ebenfalls aus Schätti-Produktion, die bei Besichtigungen auch noch frischen Kaffeeduft verströmen.
Im hinteren Teil der Halle können Besucher wie in einer Manufaktur zudem den Angestellten über die Schulter schauen, wie sie die Luxuskaffeemaschinen und die modernen Leuchten montieren und testen.
Alles aus einem Guss
Doch Vorhang auf: Präsentiert wird die Leuchten-Kollektion hinter wehenden Vorhängen. Da gibt es Decken-, Pendel-, Boden- oder Tischleuchten für Büros, Foyers oder Restaurants, für Schule oder Spital. Metall-Leuchten, die einzeln für sich stehen oder als Kollektion in ihrer Formensprache für verschiedene Lichtbedürfnisse ein ganzes Gebäude beleuchten können.
Thomas Schätti führt eine drehbare Tisch- und Bodenleuchte vor, die für ein optimales Arbeitslicht sorgen soll. Dann steuert er die programmierten Tageslichtstimmungen einer Wandleuchte an, die zum Beispiel in einem Spitalzimmer hängen könnte. Die LED-Technik ermöglicht ein Dimmen von sehr wenig zu sehr viel Licht. «An Messen hat mich zuerst die immer wieder gestellte Frage erstaunt, ob sich die Lampen auch für das Wohnzimmer eignen», erzählt Schätti: «Natürlich, die Lichtbedürfnisse können gerade auch daheim gross sein.»
Doch wie kommt Thomas Schätti dazu, als Newcomer im Markt für hochwertige Design-Leuchten eine Rolle zu spielen? Der Wechsel von konventionellen und Halogen-Glühbirnen zu Leuchtdioden (LED) sei für ihn eine Chance gewesen, erklärt der an gutem Design interessierte Ingenieur: «Als die Karten frisch verteilt wurden, nutzten wir den Technologiesprung, um den Markteintritt zu schaffen.» Wichtig sei, alles aus einer Hand, aus einem Guss zu gestalten. Designer Jörg Boner sei der Türöffner gewesen, um etwa am «Designer's Saturday» für Architekten und Interessierte in Langenthal auf Anhieb aufzufallen.