Der Verkehr fliegt uns um die Ohren
Man kennt das Bild: Frühmorgens und rund um den Feierabend stehen die Autos auf den Ein- und Ausfallachsen still. Und das nicht nur vor Grossstätten im Unterland, auf der Autobahnkreuzung Brüttisellerkreuz oder auf dem Seedamm. Auch in Landquart oder Chur. Und im Winter suchen zahlreiche Fahrzeuge mit Zürcher-, Schwyzer- oder Zuger-Kontrollschildern den Weg aus den Bündner Winterdestinationen.
Man kennt die Verkehrsmeldungen aus dem Radio: Stockender Kolonnenverkehr auf der Masanserstrasse in Chur, von Churwalden Richtung Malix geht es ebenso nur langsam vorwärts, wie zwischen Klosters und Schiers. Die Wartezeit am Vereina beträgt x Stunden. Und auch auf der Autobahn zwischen Landquart und Sargans gibts wegen Verkehrsüberlastungen Rückstau. Kommt ein grösserer Unfall, oder wie am vergangenen Sonntag eine kleine Auffahrkollision hinzu, steht der Verkehr oft für Stunden still.
Das ist schlechte Werbung für einen Tourismuskanton wie Graubünden. Wer von Flims bis zum Walensee am Sonntagabend mehr Stunden im Auto verbringt, als zuvor auf der Piste, der überlegt sich vielleicht vor seinem nächsten Wintersportausflug, wohin er fahren soll.
Versuche, dem (Mehr-)Verkehr Herr zu werden, gab und gibt es zahlreiche: Temporeduktionen auf der Autobahn (Chur–Thusis), Verlängerungen von Ausfahrtspuren (Chur Nord), oder wie diese Woche vermeldet Erweiterungen von Einfahrtspuren (Landquart). Aber wahrscheinlich wissen auch die Leute in Bern und Chur, dass das im besten Falle ein Tropfen auf den heissen Stein sein wird. Denn der Mehrverkehr wird von denselben Menschen generiert, die auch im Stau stehen.