Der umstrittene Schleifer an der Bande der Edmonton Oilers
Trainer Mike Babcock kennt jeder in der NHL. Viele wollen ihn dort nicht mehr sehen. Die Edmonton Oilers mit den Superstars McDavid und Draisaitl geben ihm trotzdem eine Chance. Das Risiko ist gross.
Mit dem Start der NHL-Saison begann bei den Edmonton Oilers eines der umstrittensten Eishockey-Experimente der jüngeren Vergangenheit. Hier das Team mit den Offensivstars Leon Draisaitl und Connor McDavid, das noch immer auf den ersten Stanley-Cup-Sieg dieser Generation wartet und in den vergangenen drei Jahren zweimal im Final scheiterte. Dort der neue Trainer, der, um es vorsichtig zu formulieren, in der National Hockey League einen zweifelhaften Ruf und seit 2019 kein Spiel mehr verantwortet hat: Mike Babcock.
Nach der Trennung von Kris Knoblauch soll Babcock der Trainer sein, der Draisaitl, McDavid und die Oilers zum ersehnten Titel führt. Der die seit 1990 anhaltende Durststrecke ohne Stanley Cup beendet. Der aber zugleich auch beweisen muss, dass er kein unmenschlicher Schleifer ist, der mit aus der Zeit gefallenen Methoden im Team für Angst und Schrecken sorgt, sondern dass seine Ansätze auch ins Jahr 2026 passen.
«Bekannt für seine Direktheit und seine Härte»
«Jeder kennt den Babcock. Der ist bekannt für seine Direktheit und seine Härte», sagte der ehemalige deutsche Bundestrainer Marco Sturm zuletzt über seinen Kollegen. Sturm geht in seine zweite Saison als Chefcoach der Boston Bruins und urteilt über die Situation in Edmonton: «Wie ich es mitbekommen habe, wollten speziell die Erfahrenen und die Stars der Oilers einen wie Babcock. Daher ist der Druck zu gewinnen dort jetzt besonders da. Es gibt keine Ausrede.»