Der Triumph der USA war das Drama Kanadas
Als Jack Hughes das Team USA zum Sieg schoss, brach in Kanada die Welt zusammen. Die Schlagzeilen handelten vom «Herzschmerz» (CBC) und «Untröstlichkeit» (TSN).
Alle Kanadier gingen mit Connor McDavid einig: «Das war ein Spiel, das wir hätten gewinnen müssen.»
Aber Olympische Spiele in Italien bringen dem Team Canada einfach kein Glück. Vor 20 Jahren in Turin – eine Autostunde von Mailand entfernt – verloren die Kanadier nicht nur 0:2 in der Vorrunde gegen die Schweiz, sie schieden mit Headcoach Wayne Gretzky sogar in den Viertelfinals aus. Die grösste Schmach aller Zeiten für Hockey Canada. In allen anderen Vergleichen, in denen es darum ging «the best of the best» zu sein, setzten sich die kanadischen NHL-Akteure durch.
Wie 1998 und 2006
«Wir wussten, dass daheim 40 Millionen Kanadier vor dem Fernseher sitzen und uns siegen sehen wollten», sagte Jon Cooper, der kanadische Headcoach.
Normalerweise gewinnen die kanadischen NHL-Akteure diese Partien auch. Sechs der letzten sieben Turniere mit NHL-Stars gewann Kanada: 2002 an den Olympischen Spielen von Salt Lake City, 2004 am World Cup of Hockey (NHL-Veranstaltung), 2010 an den Winterspielen in Vancouver, 2014 in Sotschi, 2016 wieder am World Cup of Hockey und schliesslich vor einem Jahr am Vierländerturnier der NHL in Nordamerika.
Seit Tschechien das erste Olympia-Turnier mit NHL-Spielern 1998 in Nagano gewonnen hat, setzte sich einzig noch Schweden 2006 in Turin durch.
«Aber», ahnt Connor McDavid, «diese Dominanz ist immer schwieriger aufrechtzuerhalten. Auch die Amerikaner verfügten über ein wahnsinnig gutes Team. Auch in ihrer Kabine wimmelte es von Superstar-Talent. Dennoch denke ich, dass wir diese Partie nicht hätten verlieren dürfen.» Den Kanadiern fehlte im Final das Glück, welches sie im Viertelfinal gegen Tschechien (4:3 n.V.) und im Halbfinal gegen Finnland (3:2 n.V.) aufgebraucht hatten.