Der Thurgau erforscht den Untergrund für die Nutzung von Geothermie
Der Kanton Thurgau intensiviert seine Grundlagenforschung zur künftigen Nutzung von Geothermie. Ein konkretes Messgebiet erstreckt sich im südlichen Kantonsteil über die Kantonsgrenze auf rund 50 Gemeinden.
Mit sogenannten Vibrationsfahrzeugen in der Grösse eines Lastwagens werden auf einer Fläche von 430 Quadratkilometern mittels kurzer, leicht spürbarer Vibrationen von wenigen Minuten an zahlreichen Standorten Messungen vorgenommen. Das teilte der Kanton Thurgau am Donnerstag zusammen mit der Aktiengesellschaft Geothermie Thurgau mit.
Das Gebiet zwischen Frauenfeld TG, Wil SG und Winterthur ZH erstreckt sich über 34 Thurgauer, 5 St. Galler und 10 Zürcher Gemeinden. Messungen auch jenseits der Kantonsgrenze seien nötig, um ein vollständiges Abbild des zu untersuchenden Untergrunds zu erhalten, welcher vollständig im Kanton Thurgau liege.
Vom Vibrationsfahrzeug erzeugte seismische Wellen werden von den verschiedenen Schichten im Untergrund reflektiert und an die Oberfläche zurückgesandt und dort aufgezeichnet. Die Fahrzeuge bewegen sich laut den Verantwortlichen auf bestehenden Strassen und Wegen.
Projektkosten von rund 50 Millionen Franken
Mit den Untersuchungen sollen die wissenschaftlichen Grundlagen für eine nachhaltige und sichere Energieversorgung geschaffen werden, «unabhängig von Wetter, Jahreszeit und Importen», erklärte Bernd Frieg, Geschäftsführer von Geothermie Thurgau. Von den Messungen bis zu einer Tiefe von 4000 Metern wird ein genaues Abbild über den Aufbau der geologischen Schichten im Untergrund erwartet.
Die Ergebnisse sollen schliesslich öffentlich zugänglich werden und die Grundlage für künftige Planungen von Tiefenbohrungen bieten, beispielsweise für Gemeinden, Landwirtschaftsbetriebe sowie für Gewerbe und Industrie.