Der St. Galler Kantonsrat startet in die erste Session 2026
Viermal im Jahr tagt der St. Galler Kantonsrat und viermal im Jahr wird dafür der Ratsbetrieb hochgefahren. Im Hintergrund laufen umfangreiche Vorarbeiten für Technik und Sicherheit. Die Fraktionen bereiten die Debatten vor.
Eine halbe Stunde vor Beginn des Sessionstags läuten die Glocken der Kathedrale – damit im St. Galler Stadtzentrum alle wissen, dass der Kantonsrat im Regierungsgebäude debattiert und Entscheide fällt.
Es ist auch das Zeichen an die Parlamentarierinnen und Parlamentarier, ihren Schritt zu beschleunigen, damit sie rechtzeitig im Saal sind. Um 14 Uhr startet der Ratspräsident am Montagnachmittag die Sitzung und die Gespräche verstummen. «Darf ich Sie bitten, Platz zu nehmen», sagt Walter Freud (SVP).
Zum Start der Session gehört, dass neben anderen Informationen auch Todesfälle ehemaliger Ratsmitglieder bekanntgegeben werden. Im Saal und auf den Gäste- und Medientribünen erheben sich alle für einen Gedenkmoment.
Danach wird im Rat das Tempo angezogen. Die Traktanden folgen sich rasch. Wahlen der Mitglieder der Kommissionen oder wie am Montag derjenigen der neuen Regierungspräsidentin werden zwischen den Geschäften durchgeführt. Immer wieder sind die Stimmenzählerinnen und Stimmenzähler unterwegs, um Wahlzettel zu verteilen oder einzusammeln.
Vergleichsweise wenig Sitzungstage
Der Geschäftsdruck im Rat ist hoch. Das hat einen Grund: Nur viermal im Jahr trifft sich das St. Galler Parlament zu einer Session. Bis 2023 gab es noch eine fünfte Sitzung im April. Sie wurde gestrichen, um rund 180'000 Franken einzusparen. Seither werden die Sitzungen nicht mehr nach Monaten – Junisession, Novembersession usw. – benannt, sondern nach Jahreszeiten.