Der schwierige Umgang mit Russlands Paralympics-Rückkehr
Bei den Olympischen Winterspielen in Italien dürfen russische Sportler nur als neutrale Athleten starten. Nun folgen die Paralympics und markieren einen umstrittenen Wendepunkt.
Das Feuer der Olympischen Winterspiele ist erloschen – doch die nächste Flamme macht sich bereits wieder auf den Weg nach Mailand und Cortina d'Ampezzo. Am Dienstag wurde im englischen Stoke Mandeville die Fackel für die Winter-Paralympics entzündet. Und mit ihr wird die Kontroverse über die Zulassung von Behindertensportlern aus Russland und Belarus mit Flagge und Hymne nach Italien getragen.
Wenn am 6. März im Amphitheater von Verona zum 14. Mal seit 1976 Winter-Paralympics eröffnet werden, beginnt auch auf der Weltbühne des Sports die erste Grossveranstaltung, bei der die Nationalhymne Russlands seit mehr als einem Jahrzehnt wieder offiziell gespielt werden könnte.
Die Ukraine hat angekündigt, aus diesem Grund die Eröffnung zu boykottieren und verlangt zudem, dass ihre Fahne dort nicht wehen soll. Man sei «empört über die zynische Entscheidung des Internationalen Paralympischen Komitees», dass sechs Sportler aus Russland und vier aus Belarus mit eigener Flagge und Hymne zu den Spielen zugelassen wurden.
IPC hebt Bann auf
Wegen staatlich organisierten Dopings und vor allem wegen des seit vier Jahren andauernden Angriffskrieges von Russland auf die Ukraine durften einzelne Sportler aus dem Land des Aggressors zuletzt allenfalls als neutrale Athleten ohne Flaggen, Symbole und Hymne im internationalen Sport antreten. Dies war nur nach einer sorgfältigen Hintergrundprüfung, die jegliche Verbindung zum Krieg und zur Regierung ausschliesst, möglich.
An der Generalversammlung des Internationalen Paralympics Komitee im vergangenen September wurde der von 2023 bis 2025 geltende Bann nicht verlängert. Die vier Weltverbände für Ski und Snowboard, Biathlon, Curling sowie Para-Eishockey, die Wettbewerbe bei Paralympics austragen, sperrten sich zunächst gegen die Teilnahme Russland. Doch der Internationale Sportgerichtshof urteilte nach einem Einspruch Russlands, dass der pauschale Ausschluss nicht rechtens ist.