Der Rekordmeister gegen die Titellosen
Zum dritten Mal in den letzten vier Jahren treffen im Playoff-Final der Erste und der Zweite der Qualifikation aufeinander. Davos visiert seinen 32. Meistertitel an, Fribourg-Gottéron den ersten.
Die Qualifikation lügt nicht. Wie immer in den letzten Jahren schaffte es kein Aussenseiter in den Final. Die beiden besten Teams dieser Saison spielen ab Samstag im Zweitagestakt um die Krone. Dennoch liegen die Vorteile klar beim Rekordmeister HCD. Ein Vergleich in acht Punkten.
GOALIE. Reto Berra, der Fribourg nach acht Saisons verlassen wird, hat die grössere Erfahrung, Sandro Aeschlimann die leicht besseren statistischen Werte. Der 39-jährige Berra war vor 17 (!) Jahren bereits einmal Meister – pikanterweise mit dem HC Davos als Backup von Leonardo Genoni. Im Viertelfinal nicht immer ganz sicher, gewann der Zürcher im Halbfinal das Goalieduell gegen Servette klar. Der 31-jährige Berner Aeschlimann ist wie bereits in der Qualifikation hinter Simon Hrubec der zweitbeste Goalie – mit einer Abwehrquote von 93,36 Prozent.
ABWEHR. Davos hatte in der Qualifikation die zweitbeste Defensive, Fribourg die viertbeste. Im Halbfinal hielten die Freiburger die überragenden Finnen von Servette weitgehend in Schach, die Stürmer der ZSC Lions bissen sich am HCD-Bollwerk die Zähne aus. Beide steckten auch die Verletzungen der Eckpfeiler Andrea Glauser respektive Michael Fora weg. Herausragende Playoffs spielt bei Fribourg der selten auffallende Benoît Jecker. Er schoss nicht nur den Siegtreffer in der Verlängerung von Viertelfinal-Spiel 7 gegen Rapperswil-Jona, sondern weist mit +17 die beste Plus-/Minus-Bilanz aller Spieler aus – acht Einheiten besser als der Nächstbeste Simon Ryfors vom HCD.
ANGRIFF. Das Davoser Prunkstück. 191 Treffer erzielten die Bündner in der Qualifikation, und auch in den Playoffs erzielen sie über drei Tore pro Spiel. Fribourg litt unter dem langen Ausfall seines Topskorers Marcus Sörensen, der zum Ende der Halbfinals zurückkehrte. Dafür sprang Christoph Bertschy in die Bresche. Der Nationalmannschaftsstürmer war gegen Servette mit sechs Toren und zwei Assists in fünf Spielen überragend. Beide Teams zeichnet auch aus, dass die Last auf viele Schultern verteilt ist, das «secondary scoring» durch sogenannte «Ergänzungsspieler» ist eine Stärke.