Der putzige Waschbär dürfte auch in Zürich nicht aufzuhalten sein
Mit ihren schwarzen Knopfaugen und der Zorromaske sind Waschbären zweifellos herzig. Aber sie bedrohen heimische Tiere und richten grosse Schäden an. Ihre Ausbreitung dürfte auch im Kanton Zürich nicht aufzuhalten sein.
«Nicht exponentiell, sondern schleichend», nennt Reto Muggler, Co-Leiter der kantonalen Fischerei- und Jagdverwaltung, das Wachstum der Waschbären-Population im Kanton Zürich. Die Zahl der erlegten Waschbären liegt seit Jahrzehnten konstant bei ein bis fünf.
Aber die Ausbreitung, da ist er wie andere Experten überzeugt, lässt sich kaum aufhalten. «Es häufen sich Sichtungen von Jungtieren.» Dies könne aber auch daran liegen, dass es heute viel mehr Kameras gebe als früher. Ein spezielles Konzept, um zu verhindern, dass sich die putzigen Tiere weiter ausbreiten, hat der Kanton Zürich derzeit nicht. «Da der Waschbär als Neozoon sowieso bejagt wird, braucht es das im Moment nicht», erklärt Muggler.
84 Waschbären in der Schweiz abgeschossen
Wie viele Waschbären mittlerweile in der Schweiz leben, ist unbekannt. Seit zehn Jahren tauchen die Tiere in den Jagdstatistiken auf. 2025 wurden insgesamt 84 Exemplare abgeschossen, alleine 54 im Aargau und 23 im Kanton Basel-Landschaft. In den 1990er-Jahren wurden die ersten Schweizer Waschbären in der Nordschweiz gesichtet. Sie waren wohl aus Gehegen entkommen.
Ursprünglich stammen die Tiere aus Nordamerika. Für die Pelztierhaltung wurden sie nach Europa importiert, wo einige Exemplare im Jahr 1934 in Hessen ausgesetzt wurden. Von dort aus verbreiteten sich die Allesfresser in ganz Deutschland. Weil sie in Europa kaum natürliche Fressfeinde haben, vermehrten sie sich rasant.