Der Nordtrakt am Zürcher HB – eine Baustelle, die nicht stören darf
Der Zürcher Hauptbahnhof steht nie still. Täglich kommen 500'000 Personen hier durch. Umso schwieriger ist es, eine Grossbaustelle so zu betreiben, dass nicht alle davon gestört werden. Dies gilt auch für die aktuelle Baustelle beim Nordtrakt, jenem Gebäudeteil in Richtung Landesmuseum, der 1996 gebaut wurde.
Vom Nordtrakt aus gehen Lokführerinnen und Lokführer sowie Zugbegleiter zu ihren Zügen. Auch das Reinigungspersonal sowie die Kantons- und Transportpolizei sind in diesem viergeschossigen Gebäude untergebracht. Es gibt eine Kantine und Schulungsräume.
Für Reisende am augenfälligsten ist die aktuelle Baustelle im Erdgeschoss, dort, wo früher die Schalterhalle war. Die Schalterhalle ist mittlerweile – unter der moderneren Bezeichnung Reisezentrum – im fertig renovierten Südtrakt untergebracht. Auf den frei gewordenen Flächen bei der Rolltreppe wird es Geschäfte geben.
Eine Baustelle sind derzeit auch der erste Stock sowie das Dach. In den oberen beiden Etagen läuft der Betrieb derweil so normal wie möglich weiter. «Wir haben zwei Welten in einem Haus: eine macht Lärm, die andere will arbeiten», sagte Projektleiterin Sigrid Wittl am Donnerstag bei einer Baustellenführung dazu.
Auch die Ambulanz muss jederzeit zur grossen Wannerhalle fahren können. «Wir können nicht einfach ein Gerüst hinstellen.» Es gebe deshalb eine Person, die ausschliesslich für die Kommunikation zwischen Baustelle und Bahnhofsbetrieb zuständig sei.
Das Dach war undicht
Das Dach aus geschwungenen Glas- und Blechelementen wird nicht nur wegen der besseren Isolation gegen Hitze und Kälte saniert – es war auch seit längerem undicht. Mehrfach sei das Dach in den vergangenen Jahren geflickt worden. Nun werde es erneuert.
Die SBB prüften dabei auch, ob eine Solaranlage möglich wäre. Allerdings könnten die Panels nicht befestigt werden, ohne das geschwungene Dach zu beschädigen. «Dieses Projekt mussten wir deshalb an den Nagel hängen», sagte Wittl.