Der Koala ist der Meister des Chillens im Zoo Zürich
Viele Tiere im Zoo Zürich sparen Energie bei grosser Hitze. Der Meister des Chillens ist der Koala. Stundenlang hängt er in Astgabeln des Eukalyptusbaums. Länger andauernde Hitze ist aber selbst für ihn ein Problem.
Wären sie nicht so herzig, würden Koalas von den Besucherinnen und Besuchern des Zoos Zürich kaum so geschätzt: Ihnen beim Schlafen und Ruhen zuzusehen, was sie etwa 20 Stunden pro Tag tun, ist doch eher langweilig.
Bei einem Medientermin am Montag verhält sich Männchen Tarni aber atypisch. Kurz vor Mittag klettert er auf den Ästen herum, bewegt sich zwischen den Bäumen und lässt sich schliesslich nieder, um Eukalyptus zu essen. Eigentlich verlegen Koalas ihre aktiven Zeiten in die kühlen Abend- und Morgenstunden.
Die momentane Hitzewelle in der Schweiz ähnelt den natürlichen Bedingungen für Koalas. In den Eukalyptuswäldern Süd- und Ostaustraliens herrschen häufig Temperaturen um die 30 Grad im Sommer.
Bäume umarmen als Wärmestrategie
Wie Zoo-Direktor Severin Dressen erzählt, haben Koalas besondere Strategien entwickelt, um mit hohen Temperaturen zurecht zu kommen. «Sie suchen jeweils die kühlsten Orte in den Eukalyptuswäldern auf. Und sie umarmen Bäume, die warmen Körper drücken sie dabei an die kältere Baumfläche», sagt Dressen.
Besonders auch: Die Koalas können ihre Körpertemperatur stark regulieren, durch sogenannte adaptive Heterothermie Normal sind 36 Grad, die Bandbreite reicht aber von 32 bis 40 Grad. Je wärmer die Aussentemperatur ist, desto höher kann der Koala seine eigene Körpertemperatur einstellen.
Verheerende Buschbrände
Bleibt es lange heiss, bekommt aber auch der abgehärtete Koala Mühe. Immer wieder auftretende Hitzewellen von über 35 Grad und Dürreperioden bringen sie an ihre Grenzen. Ihre Wärmestrategien versagen dann. Koalas gelten daher als besonders anfällig für den Klimawandel.