Der Kanton Glarus erwartet 2027 erneut ein Defizit
Der Kanton Glarus hat für 2027 einen Verlust von 2,6 Millionen Franken budgetiert. Die Finanzlage des Kantons bleibt somit angespannt und könnte sich weiter verschärfen, wie die Regierung am Mittwoch mitteilte.
Die Ausgaben betragen im kommenden Jahr 487,1 Millionen Franken, wie Finanzdirektor und Landammann Markus Heer (SP) am Mittwoch vor den Medien ausführte. Den Ausgaben steht ein Ertrag von 484,5 Millionen Franken gegenüber.
Das Defizit entsteht trotz 9,1 Millionen Franken höherer budgetierter Steuereinnahmen und 6,2 Millionen zusätzlicher Unterstützung aus dem nationalen Finanzausgleich. «Das ist grundsätzlich nichts Positives, es bedeutet nämlich, dass der Kanton Glarus im Ressourcenindex schlechter geworden ist», erklärte Heer. «Allgemein stellen wir fest, dass die Schere zwischen den Kantonen immer weiter auseinandergeht.»
Verschärft werde die Situation dadurch, dass auf Bundesebene Diskussionen laufen würden, dass sich der Bund stärker aus dem Finanzausgleich zurückziehe. Die grössten Geberkantone seien ausserdem nicht unbedingt motiviert, mehr Geld beizusteuern.
Die grössten Verschlechterungen im Vergleich zum Budget 2026 betreffen die Prämienverbilligung, die im Budget 2027 3,4 Millionen höher veranschlagt ist. Ausserdem steigen voraussichtlich auch die Beiträge an Spitäler und Pflegeheime um 2,8 Millionen Franken.
Hohe Investitionen, tiefer Selbstfinanzierungsgrad
Die Nettoinvestitionen sind für 2027 mit 53,4 Millionen Franken veranschlagt. Sie übersteigen damit die erwirtschafteten Mittel von 1,5 Millionen Franken sehr deutlich. Der Anteil der Nettoinvestitionen aus eigenen Mitteln – der sogenannte Selbstfinanzierungsgrad – liegt folglich nur bei 2,7 Prozent. Es handelt sich gemäss Heer um fast rekordhohe geplante Nettoinvestitionen.