Der Drache nimmt den Steinbock auf die Hörner
Fribourg-Gottéron startet mit einem Ausrufezeichen in den Playoff-Final gegen Qualifikationssieger Davos. Zum Auftakt gewinnt es auswärts 3:2 – auch dank eines umstrittenen Schiedsrichterentscheids.
Bloss dreimal hatte Davos in der gesamten Saison zuhause verloren, in den Playoffs noch gar nie – bis am Samstagabend. Fribourg-Gottéron, das im fünften Anlauf seinen ersten Meistertitel anstrebt, zeigte im Bündnerland einen lange beeindruckenden Auftritt.
Am Ende brauchten sie aber auch eine Portion Glück. 91 Sekunden vor Schluss annullierte das Schiedsrichterduo den vermeintlichen Ausgleich durch Brendan Lemieux nach einer Coaches' Challenge und langem Videostudium. Dieser Entscheid hätte auch auf die andere Seite fallen können.
Fribourg dank starkem Mitteldrittel
Bis in die 50. Minute steuerten die Freiburger, die in den Viertelfinals gegen Rapperswil-Jona erst in der Verlängerung des siebten Spiels das frühe Ausscheiden abwendeten, auf einen sicheren Sieg zu. Dann verkürzten Yannick Frehner in Überzahl und Julian Parée innert zwölf Sekunden von 0:3 auf 2:3. Der Ausgleich gelang in den letzten zehn Minuten aber nicht mehr.
Den letztlich entscheidenden Unterschied machten die Gäste im Mitteldrittel. Mitten in die beste Phase der Davoser setzte der Topskorer Henrik Borgström den Nadelstich. Das tschechische Duo Matej Stransky und Filip Zadina war in aussichtsreicher Position am starken Goalie Reto Berra (31 Paraden) gescheitert. Im Gegenzug nach der zweiten Topchance zog Borgström unwiderstehlich davon, schüttelte zwei Gegenspieler ab und traf vom Bullykreis über die Stockhand von Sandro Aeschlimann zum 2:0.
Danach liess Fribourg zwar einmal mehr in diesen Playoffs ein Powerplay mit sogar 40 Sekunden in doppelter Überzahl ereignislos verstreichen. In der 36. Minute erhöhte Samuel Walser erneut über die Schulter von Aeschlimanns Stockhand nach feinem Pässchen von Julien Sprunger sogar auf 3:0. Walser, der 2015 beim letzten Meistertitel des HCD dabei war, und Sprunger hatten bereit den Freiburger Führungstreffer in der 9. Minute dank gutem Forechecking hinter dem Tor mustergültig vorbereitet.