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Schweiz und Welt

Der Bündner Finanzdirektor sorgt für Wirbel in den Medien

Südostschweiz
11.11.2022, 14:44 Uhr
gestern um 16:56 Uhr

Im «Tages-Anzeiger» sind am Freitag Zeilen über den Bündner Regierungsrat, Finanzdirektor und Präsident der Kantonsregierungen Christian Rathgeb erschienen. Dabei ging es um ein Plagiat, welches der oberste Kantonspolitiker am 6. November in der «NZZ am Sonntag» produziert hatte. Ein Gastkommentar über den Föderalismus hat Passagen aufgewiesen, die fast eins zu eins abgeschrieben worden sind – ohne Quellenangabe. Wie der «Tages-Anzeiger» berichtet, sind bei einer Überprüfungssoftware gleich drei Passagen als Plagiate offenbart worden. Darunter unter anderem Textzeilen von der Förderalismus-Expertin Rahel Freiburghaus, die im August 2021 in der «NZZ» veröffentlicht worden waren. Bei der Version des Regierungsrates wurden alleinig einzelne Wörter ersetzt.

Quellenangaben verloren gegangen

Der Grund für das Plagiat ist schnell erklärt: Auf Anfrage sagt Rathgeb, es handle sich um einen Fehler, welcher während der Erarbeitung des Artikels entstanden sei. Er habe einen Grobentwurf des Texts mit seinem Aussagewunsch und relevanten Botschaften erstellt. «Diesen habe ich dann meiner Mitarbeiterin zur Reflexion, zum Feedback und zur weiteren Ausarbeitung zugestellt», so Rathgeb. Der Textentwurf sei dann mehrfach hin- und hergegangen und sei in gegenseitiger Absprache ergänzt, angereichert und aufgebaut worden. Ursprünglich seien die Quellenverweise auf die externen Textpassagen korrekt im Text enthalten gewesen. «Der Text wurde von meiner Mitarbeiterin dann nochmals gekürzt.» Dabei seien die Quellenangaben weggefallen. Das sei aber keine bewusste Unterlassung der Pflicht gewesen, eine Quellenangabe zu vermerken, sondern als Versehen zu beurteilen.

Als publizierter Verfasser des Artikels übernehme er die volle Verantwortung für den Fehler: «Das Versehen tut mir sehr leid und ich entschuldige mich in aller Form für diese Unterlassung.» Der Umgang mit geistigem Eigentum sei sehr wichtig und müsse konsequent eingehalten werden. «Ich habe mich übrigens auch bei Frau Freiburghaus entschuldigt», so der Bündner Regierungsrat. (red)

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