Der Betrieb im Laret
Die beiden Gasmotoren der Schatzalpbahn wurden 1910 umgebaut und mit Gas aus dem Netz gespiesen. Die eigene Gaserei wurde aufgehoben. Ab 1914 wurde auch die Kraftversorgung der Bahn auf das EW-Netz umgestellt.
Der Tageskonsum an Gas lag bei 300 Kubikmetern und nahm dann bis Ende Jahr auf 1000 Kubikmeter zu. Damit wurde versucht, Grossverbraucher zum Anschluss zu bewegen, das gelang aber nur langsam. 1908 wurde ein neues «Rauchgesetz» erlassen, in der Hoffnung eine Umstellung auf die rauchfreie Verbrennung zu fördern. Erst 1910 konnte der ursprünglich vorgesehene Gaskonsum erreicht werden. Dann begann der Erste Weltkrieg, und die Kohle aus dem Elsass und dem Ruhrgebiet wurden um 100 Prozent teurer. Die Lieferungen stockten, die Qualität wurde schlechter. Die Vergasung von Holz und Torf wurde eingeleitet, brachte aber nichts. Dafür wurde aber Wald und Hochmoor geschützt.
Der Gaspreis durfte gemäss einer Verfügung des Bundesrats nur um 10 Prozent erhöht werden. Durch die Erhöhung der Gaspreise und auch durch die wirtschaftliche Flaute ging der Gaskonsum zurück. Trotz Erhöhung des Aktienkapitals verschlechterten sich die Aussichten für die Gasversorgung. Die Defizite häuften sich. Dazu kam noch der immer grösser werdende Konkurrenzdruck durch die Elektrizität.
Die Kehrichtverbrennung wurde angegliedert
Der anfallende Kehricht war das nächste grössere Problem im aufsteigenden Kurort. Die wilden Deponien stanken und waren unhygienisch. Nur eine Verbrennung des Kehrichts konnte das Problem lösen. Aber wohin mit dem Verbrennungsort? Glücklicherweise stellte das Gaswerk der Gemeinde den Antrag, an die Kohleöfen noch Verbrennungsöfen anzubauen. Das Anschlussgeleise, der Hochkamin und weitere gemeinsam zu nutzende Gebäudeteile waren vorhanden. Somit konnten die Zubauten für 130 000 Franken realisiert werden. Die Aktionäre des Gaswerks versprachen sich so ein besseres Betriebsergebnis. Die Behörden freuten sich über die Lösung. Ganz anders sahen es die Lareter. Sie legten Protest ein. Schon der Rauch der Gasanlage störte massiv, und nun sollte noch eine Kehrichtverbrennung dazukommen. Der Protest machte aber bei den Behörden keinen Eindruck, sodass die Anlage Ende 1914 betriebsbereit war. Nach der Verbrennungsanlage in Zürich war die Lareter Anlage die zweite Kehrichtverbrennung in der Schweiz. Die Gemeinde setzte für den Betrieb den gesetzlichen Rahmen und regelte die Finanzierung. Der Kurverein sorgte für das Personal und die Organisation.