Der besondere Abend des Nico Elvedi
Nico Elvedi ist einer der Garanten für die jüngsten Erfolge der Schweiz. Der Verteidiger geht auch gegen Schottland voran und beschenkt sich am Abend vor seinem 30. Geburtstag gleich selbst.
Es läuft die 55. Minute im Spiel zwischen Schottland und der Schweiz, als Dan Ndoye nach einem Corner am rechten Flügel den Ball erhält und ihn flach vor das Tor bringt. Dort ist nicht etwa Stürmer Zeki Amdouni durchgelaufen, nein: Nico Elvedi hat den ersten Pfosten avisiert und trifft in Manier eines Goalgetters.
«Es war ein super Ball von Dan (Ndoye; d. Red.), ich musste ihn dann nur noch reinschieben.» Die Aussage, die Elvedi nach dem Spiel macht, ist typisch für ihn. Lob scheint dem Zürcher unangenehm, stattdessen gibt er die Lorbeeren lieber weiter. So ist sein Charakter, so ist sein Spiel. Selten spektakulär, dafür umso effektiver. Alles für die Mannschaft.
Bankdrücker an der EM
Von Trainer Murat Yakin gab es nach dem Spiel ein Sonderlob. Als «bärenstark» bezeichnete der Nationaltrainer die Leistungen seines Schützlings in den vergangenen Partien. «Er gewinnt alle Zweikämpfe, sichert für die Mitspieler ab, setzt Akzente in der Offensive und erzielt auch noch ein Tor.» Schon an der WM gehörte der Innenverteidiger zu den besten Schweizern. Mittlerweile ist er unverzichtbar geworden für Yakin, umso mehr, da mit Captain Granit Xhaka und Breel Embolo zwei Führungsspieler aus allseits bekannten Gründen für die vier Spiele in der Nations League nicht aufgeboten wurden.
Dass sich Elvedi zu den absoluten Leistungsträgern im Nationalteam mausert, war vor nicht allzu langer Zeit noch nicht absehbar. An der EM 2024 in Deutschland spielte er keine Minute. Und selbst nach dem Rücktritt von Fabian Schär musste er seinen Platz im Team erst finden. Er habe eine gute Wandlung genommen, sagte Yakin über Elvedi, der alles auf den Kopf gestellt habe. «Es ist schön zu sehen, dass es Spieler gibt, die demütig und einsichtig sind, die an sich arbeiten und nicht die Fehler bei jemand anderem suchen», so Yakin. «Ich bin sehr glücklich und sehr froh für ihn, dass es nun so läuft.»