Der 106. GP-Sieg soll nicht Hamiltons letzter bleiben
Zehn Jahre nach seinem bislang letzten Triumph kommt Lewis Hamilton in ungewohnter Rolle nach Spielberg zurück. Plötzlich ist der Rekordweltmeister der Formel 1 auch im Ferrari ein Siegfahrer.
In Italien träumen sie längst von einem Märchen wie damals mit Michael Schumacher. In seinem fünften Jahr im Ferrari holte die deutsche Formel-1-Legende im Jahr 2000 endlich den WM-Titel zurück nach Maranello. Ob Lewis Hamilton das nach seinem Premierensieg nun schon in der zweiten Saison im legendären roten Renner schafft? Der Weg dahin ist für den 41-Jährigen enorm lang, doch spätestens nach den emotionalen Bildern vom ersten grossen Triumph für die Scuderia sind die Hoffnungen grenzenlos.
«Ich habe noch nicht daran gedacht», sagte Hamilton, als er auf einen möglichen achten Titel angesprochen wurde. Als erster Fahrer der Motorsport-Königsklasse könnte er sich diesen sichern und damit Schumacher übertrumpfen. Der nächste Schritt ist am Sonntagnachmittag beim Grossen Preis von Österreich möglich. Erst einmal konnte der Brite in Spielberg gewinnen – vor genau zehn Jahren im Mercedes.
Hamilton: «Ich bin absolut nutzlos»
Länger war nicht daran zu denken, dass Hamilton im Spätherbst seiner Karriere nach 686 Tagen Wartezeit noch mal zum Siegfahrer werden würde. Nach dem spektakulären Wechsel von den Silberpfeilen zu Ferrari lief ein Jahr lang gar nichts zusammen. «Ich bin absolut nutzlos. Sie müssen wahrscheinlich den Fahrer tauschen», hatte Hamilton im Vorjahr gesagt. Sein Frust war extrem, weil das Auto nicht wie gewünscht funktionierte. Ein Sprintsieg in China war das einzige Erfolgserlebnis, im Titelkampf war er chancenlos.
«Das war die schlimmste Saison, die ich jemals hatte», sagte er kurz vor Jahresende. Doch anstatt aufzugeben, weckte das nur seinen Ehrgeiz. Hamilton trainierte härter denn je, sein Alter ist ihm im Kampf mit den teilweise mehr als 20 Jahre jüngeren Konkurrenten nicht anzumerken.
Letzter Ferrari-Fahrertitel vor 19 Jahren