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Schweiz und Welt

Glarus baut WC-Häuschen für 200'000 Franken um

Sara Good
08.11.2022, 04:30 Uhr
11.05.2026, 12:16 Uhr

Viel mehr als Sichtschutz bieten die öffentlichen WCs an der Schützenhausstrasse und in der Abläsch in Glarus nicht, sofern man sie überhaupt als WCs bezeichnen kann. Sie sind nur mit vier Wänden und einer Rinne ausgestattet – bis jetzt. Die Gemeinde Glarus will die zwei Pissoirs alter Machart und die WC-Anlage an der Burgstrasse erneuern.

An jedem Standort soll eine geschlechtsneutrale Toilette eingebaut werden, wie die Gemeinde Glarus mitteilt. Der Umbau kostet rund 200'000 Franken. Die Anlagen wurden zwischen 1900 und 1915 erbaut und seien denkmalgeschützt, darum werde nur der Innenraum saniert. Auf Nachfrage schreibt die Gemeinde weiter, dass vermutet wird, die Toiletten seien wegen der Landsgemeinde gebaut worden. Da früher nur die Männer abstimmen durften, wurden die zwei Anlagen in der Nähe des Zaunplatzes nur mit Pissoirs ausgestattet.

Schneller geputzt

Momentan sind die Anlagen in der Abläsch und an der Schützenhausstrasse nicht an die Wasser- und die Stromversorgung angeschlossen. Daher sei die Reinigung mit viel Aufwand verbunden. Dank der neuen Anschlüsse dauere das Putzen in Zukunft weniger lang.

Die Sanierung dauert vom 14. November bis zum 16. Dezember. Während dieser Zeit sind die Anlagen geschlossen. Als Alternativen stehen die Toilette im Bahnhof Glarus und die «Netten Toiletten» im «Stadthof» und «Cornetto» in Glarus zur Verfügung, die ohne Konsumzwang genutzt werden können.

Keine Treffpunkte für Süchtige

Die Benutzung der WCs bleibt auch in Zukunft gratis. Laut der Gemeinde ist die Nachfrage nach öffentlichen Toiletten hoch, weil Glarus häufig Gastgeberin von unterschiedlichen Anlässen sei. Der Gemeinde ist bis anhin nicht bekannt, dass die öffentlichen Anlagen als Treffpunkt von Süchtigen dienten. Sollte sich das ändern, so würden nachträglich Spritzeneinwurfboxen oder Schwarzlicht installiert.

2014 wurde auf dem öffentlichen WC an der Burgstrasse eine tote Person aufgefunden, die sich zuvor eingeschlossen hatte. Ein Gemeindemitarbeiter entdeckte sie auf einer Kontrolltour. Wie die Kantonspolizei Glarus damals mitteilte, stand ihr Tod in Verbindung mit harten Drogen. Der Polizei sei die Person wegen Drogenkonsums bekannt gewesen, sagte der Mediensprecher Daniel Menzi auf Anfrage.

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