Besucherandrang übertrifft Erwartungen des Gewerbes
von Gabi Corvi
Die Gewerbeausstellung Gewa in Eschenbach lockte übers Wochenende viel Volk an. «Wir schätzen, dass gesamthaft rund 10 000 bis 12 000 Personen den Anlass besucht haben», sagt OK-Präsident Jürg Hüppi auf Anfrage der «Linth-Zeitung». Am Sonntagmorgen seien die Leute Schlange gestanden vor dem Einlass. Entsprechend zufrieden ist man seitens Organisatoren: «Unsere Erwartungen wurden absolut übertroffen», bilanziert Hüppi.
Nach dem gelungenen Start der Gewa am Freitagabend ging es auch am Samstag und Sonntag im und um den Dorftreff in Eschenbach betriebsam zu und her. Erwachsene und Kinder liessen sich von Stand zu Stand treiben, drehten an Glücksrädern, füllten Wettbewerbstalons aus und liessen sich zu Traditionen und Innovationen der hiesigen Gewerbebetriebe informieren.
Jeder der über 60 Stände war eine eigene kleine Welt – oft durchdacht, dekorativ und mit rotem Faden gestaltet. So gab es zum Beispiel beim Maler als Give-away einen Backpinsel oder beim Holzbauer ein «gäbiges» Brettli. Glückliche Gesichter waren aber nicht nur bei den beschenkten Gästen auszumachen, auch die Aussteller zeigten sich in bester Gastgebermanier.
Die Charme-Offensive mündete denn auch oft in fröhliche Gespräche an den Tresen. Aber nicht der unmittelbare Verkauf einer Dienstleistung oder eines Produkts stand im Vordergrund, sondern die gute Kundenbeziehung und das freundliche Wort innerhalb der Dorfgemeinschaft, so der Tenor der Produzenten, Händler und Dienstleister.
Freude über starkes Gewerbe
Mit dem Slogan «lokal – eifach genial» unterstrich das OK um Präsident Jürg Hüppi das Unmittelbare einer Gewerbeausstellung im und fürs Dorf. Man kann sich direkt mit dem Chef, der Chefin oder den Mitarbeitenden eines Unternehmens unterhalten, in entspannter Atmosphäre, auf Augenhöhe.
Die Freude am funktionierenden Gewerbe in Eschenbach war am dreitägigen Anlass spürbar. Die Gewerbler zeigten sich selbstbewusst und mit grossem Berufsstolz. Insbesondere für die Baubranche oder das baunahe Gewerbe war die Gewa eine attraktive Plattform. Ideenreich und sympathisch hemdsärmelig wurden die Gäste unterhalten. Baumaschinen und Geräte von XXL im Aussenbereich bis zum Kleinformat an den Ständen begeisterten das technikaffine Publikum. Interaktionen gab es dabei für Klein und Gross. Während der Baunachwuchs im Sandkasten an der Schaufel hantierte, sass der Senior im Bagger und versuchte sich mit dem behäbigen Gerät an der feinfühligen Millimeterarbeit.
Aber auch beim Drucker, Garagisten, Sanitär oder bei der Coiffeuse durfte man nicht nur schauen und staunen, sondern auch erleben – je nach Gusto und Haarlänge eher als Modell für eine schöne Flechtfrisur oder als verhinderter Rennfahrer an der Carrera-Bahn.
Mehr als eine Gewerbeschau
Bestes Lockmittel für die Standbesucher war natürlich das kulinarische Angebot. Bei Wein und Most, Käse und Wurst, Chips und Schöggeli, Kaffee und Kuchen – in dieser Reihenfolge oder bunt gemischt – liessen es sich die Besucherinnen und Besucher gut gehen. Wer am Ende des Rundgangs immer noch Hunger verspürte, konnte sich ergänzend in der Festwirtschaft verköstigen lassen.
Gewerbeausstellungen mausern sich in letzten Jahren zu Events, welche die Besucherinnen und Besucher mit vielfältigen Angeboten abholen. Und so bot auch die Eschenbacher Ausstellung einen Rahmen, der über das klassische Präsentieren des Gewerbes hinausgeht. Allein der Auftritt des Vereins Goldingertal Eschenbach mit dem grossen Markt seiner Mitglieder am Samstag war ein wichtiges Puzzleteil, das nochmals verstärkt den Lokalkolorit unterstrich. Zudem sorgte das Angebot «Spiel und Spass» auf dem Kunstrasen für viel Bewegung und Action für Junge und Junggebliebene. Der Harassenturm bot dabei im herbstlichen Ambiente auch für die Zuschauenden spektakuläre Bilder. Wer durchaus dem Spieltrieb zugetan war, ihn aber eher in gemässigter Form ausleben wollte, war beim Jass-Turnier genau richtig. Die Jasser und Jasserinnen schwangen mit Know-how und Verve Puur und Nell, Schiltenkönig und Rosen-Ass und zeigten, dass der Schweizer Nationalsport auch in diesem Setting gross auftrumpfen kann.
Jürg Hüppi OK-Präsident
Für OK-Präsident Jürg Hüppi ist alles aufgegangen an diesem Wochenende. Er betont: «Es war ein grossartiges Miteinander.» Ja, das Zusammenrücken der Dörfer und Menschen in Eschenbach, das gemeinsame Wirken und Wachsen schwang überall mit und das Bild des pittoresk gestalteten Dorfplatzes der Politischen Gemeinde vervielfältigte sich im Austausch an den Ständen und in den lachenden Gesichtern der Gäste und Gastgeber.