Den Fasnächtlern bleibt nur das Bier
Der Bundesrat hat die Fasnacht in der Gemeinde Glarus abgesagt. Der Sternmarsch und der sonntägliche Fasnachtsumzug sind zwar die vorerst einzigen Veranstaltungen, die im Kanton Glarus unter das bundesrätliche Verbot von Anlässen mit 1000 Leuten oder mehr fallen. Aber für die Fasnächtler ist es ein harter Schlag.
Sie tragen es mit Fassung und – wie sich das für sie gehört – mit einer Prise Galgenhumor. Fast das ganze Organisationskomitee versammelte sich gestern Morgen auf dem Cityplatz, um einerseits den Abbau aller bereits installierten Infrastrukturen wie zum Beispiel der Hauptbühne zu begleiten, und um sich andererseits zum Trost zuzuprosten; natürlich mit Corona-Bier.
Auch kein Kindermaskenball
«Wir haben absolut Verständnis dafür, dass die Gesundheit Vorrang hat», sagte der Vizepräsident des Vereins Fasnacht Glarus vor Ort. Aber traurig seien sie alle schon, erklärte Marc Brunner weiter, besonders weil auch der Sternmarsch vom Samstagabend abgesagt werden musste. Denn: «Das ist schweizweit ein sehr bekannter Anlass, der jeweils sehr viele Leute von überall her anzieht.» Aus dem gleichen Grund ist auch der Fasnachtsumzug am Sonntag abgesagt worden.
Vielleicht noch durchführbar gewesen wäre am Samstagnachmittag der Kindermaskenball in der Geisterbar auf dem Rathausplatz. Aber: «Wir haben alles abgesagt», führte Brunner aus, «denn die Gefahr einer Epidemie ist auch bei kleineren Menschenansammlungen gross. Und wenn man etwas organisiert und aus Angst zum Schluss trotzdem nur die Hälfte der erwarteten Leute kommen, ist das auch für uns nicht lässig.»
Auch nicht lässig findet Brunner den finanziellen Schaden, der zum Beispiel für vergeblich gemietete Sachen drohen könnte. «Aber das schauen wir uns später noch genauer an», sagt er.
Wichtiger sei ihm, dass alle informiert würden, «damit sie am Wochenende noch etwas anderes planen können, statt vergeblich nach Glarus zu kommen.»
Zurück bleibt wohl der Schaden
Informiert hat auch die kantonale Taskforce Gesundheit, die bereits am Donnerstag eingesetzt wurde (Ausgabe vom Freitag). Ihre Vertretungen erschienen gestern im Rathaus zu einer Medienkonferenz, die am Morgen eiligst auf 14 Uhr anberaumt worden war (siehe oben). An dieser Konferenz sagte Brunner dann auch, dass die meisten Versicherungen wohl kaum für Schäden aufkämen, die Veranstaltern durch Absagen entstünden: «Sie können sich auf höhere Gewalt berufen.» (mar)
Neue Hotline. Für nicht medizinische Fragen hat der Kanton eine neue Hotline aktiviert, unter der vor allem organisatorische Fragen rund um die Durchführbarkeit von Veranstaltungen gestellt werden können. Betrieben wird sie von 8 bis 18 Uhr unter Telefon 055 645 67 00.