Davos Festival und das grosse «Flunkern»
Das Davos Festival (DF) ist seit 37 Jahren fester Bestandteil des Schweizer Festivalkalenders. Vom 6. bis 20. August präsentiert Intendant Marco Amherd das diesjährige Festival unter dem Motto «Flunkern». Grössere und kleinere Lügen gehören zum Alltag in Politik, Sport, Kultur und weiten Bereichen unseres Privatlebens. Auch die Musik lebt von Schummeleien im kleinen und auch grossen Stil. In zahlreichen Kammermusik-, Orchester- und solistischen Konzerten beleuchtet das DF die Lüge aus verschiedenen Perspektiven. Märchen für Erwachsene, musikalische Aufklärung für Kinder, geklaute Barockmusik und unverfälschte Klänge versprechen humorvolle, nachdenklich stimmende und garantiert berührende Konzerterlebnisse.
Über 80 Künstlerinnen und Künstler aus aller Welt gestalten dieses Jahr in mehr als 50 Konzerten und Veranstaltungen ein aussergewöhnliches Festivalerlebnis, welches erneut zahlreiche kostenfreie Angebote einschliesst. Das Offene Singen, die Offenen Bühnen im Bahnhof Davos Platz und in der Kirche St. Theodul sowie Einführungen zu den Konzerten warten ebenso auf das Publikum wie eine Ballettlektion für alle, und die immersive Installation «All the Lives: Faktual Reality» bietet passend zum Festivalmotto die Erfahrung des «Deep Fake» am eigenen Leib.
Die musikalische Bandbreite
Der Neuen Musik wird beim Davos Festival traditionsgemäss ein zentraler Platz eingeräumt. Bereits im Eröffnungskonzert stehen die zeitgenössischen Komponisten Michael Jarrell (*1958) und Johanna Doderer (*1969) auf dem Programm. Der Genfer Jarrell nimmt mit seinem Werk Entlehnungen für Marimbaphon (Solistin: Marianna Bednarska) gleich den thematischen Faden des Festivalmottos «Flunkern» sowie des Eröffnungskonzerts unter dem Titel «Alles nur geklaut» auf: die Frage der Urheberschaft, welche sich in der Musik oft vielschichtig gestaltet.
Nebst dem zeitgenössischen Repertoire, das im Zentrum der DF-Konzerte steht, erklingt die ganze Bandbreite vom Frühbarock (Musik von Antonio Bertali, Georg Muffat) über das klassische (Franz Schubert, Joseph Haydn, Ludwig van Beethoven) und das klassisch-romantische Repertoire (Clara Schumann, Antonín Dvorák, Felix Mendelssohn Bartholdy) bis hin zu herausragenden Werken der frühen Moderne (Paul Hindemith, Rebecca Clarke).
Neuer Hauptkonzertort: Kongresszentrum Davos
Das Festival kehrt an seinen Ursprungsort zurück und veranstaltet die Abendkonzerte mehrheitlich im Kongresszentrum Davos. Da der vor einigen Jahren erfolgte Um- und Ausbau des Kongresszentrums hauptsächlich auf Sprachakustik ausgerichtet war, ist das DF die letzten Jahre auf andere Spielstätten ausgewichen. Mit dem Entschluss, einen Teil des grossen Plenarsaals als Konzertsaal zu bespielen und zu entdecken, lotet das Festival abermals Klangerlebnisse aus.
Davos Festival macht Schule
Seit dem letzten Schuljahr drückt das DF die Schulbank. Gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern der Primar- sowie Oberstufe diverser Davoser Schulen aller Altersklassen wurden in fünf Projekten musikalische Erlebnisse erschaffen und Erfahrungen ermöglicht. Dabei sind unter anderem ein Hörspiel, Soundcollagen, eine Flunkerfanfare, gespielt von der Bläserklasse Davos und ein musikalischer Gruselspaziergang entstanden. Nach den Sommerferien werden diese Projekte im Rahmen des DF präsentiert.
Alle Infos, das ganze Programm und Tickets auf www.davosfestival.ch