Davide Callà agiert im Nationalteam eher im Hintergrund
Davide Callà steht weniger im Rampenlicht als Vorgänger Giorgio Contini. Warum der Trainerassistent für Murat Yakin trotzdem unverzichtbar ist.
Eine kurze Nacht sei es gewesen, sagt Davide Callà am Tag nach dem 2:0-Sieg gegen Algerien gegenüber SRF. Denn trotz Abpfiff kurz vor 22.00 Uhr Ortszeit war für den Trainerassistenten der Arbeitstag noch nicht vorbei. Zwar habe er sich ein Bier genehmigt, gleichzeitig sei er aber auch schon wieder im Büro mit der Spielanalyse beschäftigt gewesen. «Denn die Zeit drängt», erklärt der 41-jährige Winterthurer. «Wir haben nun nicht mehr sieben bis acht Tage Zeit für die Vorbereitung.»
Der Achtelfinal in Vancouver wird am Dienstagmittag (22.00 Uhr Schweizer Zeit) angepfiffen. Die Schweiz trifft auf Kolumbien. Damit kommt es für Callà nicht zum erhofften Wiedersehen mit Jonas Adjetey, den er aus seiner Zeit beim FC Basel kennt. Ghana musste sich dem Team um Anführer Luis Diaz beugen.
Was den Unterschied gemacht hat, wo Kolumbien besonders stark ist, aber auch, wie der Gegner zu knacken ist: Das sind die Fragen, die es für Callà und seine Kollegen im Staff nun zu beantworten gilt.
Teamarbeit auch an der Seitenlinie
Dass eine solche Analyse manchmal auch während des Spiels passieren muss, war gegen Algerien zu sehen. In der ersten Trinkpause redeten Trainer Murat Yakin, Assistent Davide Callà und Analyst Kevin Ehmes intensiv auf die Spieler ein. «Wir haben gesehen, dass wir mehr Druck im Mittelfeld erzeugen müssen, weil die Algerier das Zentrum fast ein wenig überladen haben», erklärt Callà die Vorgehensweise. «Wir mussten ‹Jo› (Manzambi) etwas zurückziehen, um wieder einen besseren Zugriff auf den Gegner zu haben.»
Die Episode zeigt: Auch an der Seitenlinie ist es Teamarbeit. Um die taktischen Anweisungen in der begrenzten Zeit allen Spielern zu vermitteln, teilten sich die Coaches auf. Sprachtalent Callà, der Deutsch, Französisch, Italienisch, Englisch und Spanisch beherrscht, redete dabei eher mit den Romands im Team, während Murat Yakin sich intensiv mit Captain Granit Xhaka und Remo Freuler austauschte.