David Sesa und seine Reise durch die Fussballwelt
Einst feierte er Titel mit Anderlecht und Al Ahly, nun trainiert David Sesa den drittklassigen FC Schaffhausen. Vor dem Cup-Duell mit Thun spricht er über Demut, Kommunikation und eine kleine Chance.
693 Fans: So viele werden beim letzten Heimspiel des FC Schaffhausen in der FCS Arena gezählt, die eigentlich Platz für über 8000 Menschen bieten würde. Sie erleben ein spektakuläres Duell, in dem die Schaffhauser gegen die U21 von YB einen 1:3-Rückstand in einen 6:3-Sieg verwandeln. Als Belohnung gibt es für die Mannschaft ein paar Sprechchöre, doch schon bald herrscht im Stadion wieder Ruhe.
Das ist die aktuelle Realität von David Sesa: die drittklassige Promotion League. Und obwohl der Kontrast zu seinen früheren Stationen kaum grösser sein könnte, sei er zufrieden, sagt der 53-Jährige im Gespräch mit Keystone-SDA. «Die Leidenschaft für den Fussball ist auch auf diesem Niveau gross. Zusammen ein Ziel zu verfolgen, als Team etwas zu erreichen: Das hat mich immer angetrieben. Ob mit Anderlecht, Al Ahly, Rapperswil-Jona oder Schaffhausen, ist dabei eigentlich egal.»
Die internationalen Abenteuer
Dass Sesa nach seiner Spielerkarriere, die ihn von Zürich zu Klubs wie Servette, Lecce und Napoli führte, einmal Trainer werden würde, zeichnete sich für ihn früh ab. «Als Spieler habe ich gerne beobachtet, wie die Trainer in verschiedenen Situationen zum Team sprechen», sagt der 36-fache Nationalspieler. Die kommunikativen Feinheiten hätten ihn schon immer interessiert: welche Aussagen zu welchem Zeitpunkt und in welcher Intensität angebracht seien und wann es vielleicht besser sei, gar nichts zu sagen.
In Wohlen, Sesas erster Trainerstation, kam es zum Wiedersehen mit René Weiler, der damals Aarau trainierte. Die ehemaligen Teamkollegen waren sich einig, dass es schön wäre, eines Tages zusammenzuarbeiten. Als die Anfrage des RSC Anderlecht kam, nahm Weiler Sesa als Assistenten mit.